Wo Volkermord Noch Ermessenssache Ist

WO VOLKERMORD NOCH ERMESSENSSACHE IST
Von Stefan Haderer

Wiener Zeitung

8 febr 2012
Deutschland

Frankreich erbost die Turkei mit einem geplanten Gesetz zum Genozid
an den Armeniern – die fruhere Kolonialmacht sollte selbst einiges
aufarbeiten.

Kaum 600.000 Armenier leben in Frankreich – eine geringe Zahl, mochte
man meinen, und dennoch bilden sie dort die großte Diaspora in Europa.

Der Einfluss dieser eng vernetzten Gemeinschaft ist relativ groß.

Frankreichs Prasident Nicolas Sarkozy reicht diese Tatsache schon
aus, um wenige Monate vor der Prasidentschaftswahl auf Stimmensuche zu
gehen. Dass es dem Staatsoberhaupt, das sich bisher hauptsachlich durch
politischen Wankelmut ausgezeichnet hat, dabei um humanitare Absichten
oder gar um aufrichtiges Mitgefuhl fur eine verfolgte Minderheit geht,
kaufen ihm nur wenige Wahler ab. Vor seiner Wahl zum Prasidenten
im Jahr 2007 hatte Sarkozy noch in populistischer Manier gegen die
algerisch-franzosische Bevolkerung gewettert und knapp gewonnen.

Durch die scharfe Reaktion des turkischen Premiers Recep Tayyip
Erdogan kommt nun eine Debatte ins Rollen, die nicht nur Historiker,
Juristen und Politiker, sondern ganze ethnische Gemeinschaften und
Staaten spaltet: Ab wann kann von “Volkermord” gesprochen werden,
um damit in Zusammenhang stehende Verbrechen oder deren Leugnung
unter Strafe zu stellen? Viel wesentlicher ist jedoch die Frage, wie
weit in die Geschichte zuruckgegangen werden darf, um “Volkermord”
feststellen und verurteilen zu konnen. Und hier scheiden sich die
Geister von Wissenschaft und Politik.

Dass die in der NS-Diktatur verubten Verbrechen an Millionen von Juden,
Roma und Sinti ein Genozid waren, steht zum Gluck in allen Staaten
der Welt außer Frage, auch wenn jede Nation unterschiedlich mit der
strafrechtlichen Verfolgung von Holocaust-Leugnern umgeht.

Keineswegs ist die Totungs- und Vernichtungsmaschinerie der
Nationalsozialisten mit den Graueln in anderen Teilen der Welt
vergleichbar, die sich seit der Kolonialzeit bis heute abspielen.

Vor dem Hintergrund der Zwangsvertreibung und Totung der Armenier
im Osmanischen Reich in den Jahren 1915 und 1916 ist eine Kritik
an den kolonialen Gewaltregimen Frankreichs in Algerien allerdings
vollkommen berechtigt. Mehrere Millionen Algerier wurden seit der
franzosischen Besetzung Mitte des 19. Jahrhunderts und wahrend des
Unabhangigkeitskriegs aus rassistischen Motiven getotet, gefoltert,
verfolgt und vertrieben. Vor dieser historischen Aufarbeitung
verschließen franzosische Regierungen und Medien bis heute die Augen,
die europaischen Siedler (“Pieds-noirs”) wurden rechtlich geschutzt.

Doch auch die angloamerikanischen Staaten zeigen an einer offentlichen
“Volkermord”-Debatte nur wenig Interesse. Bis 2008 konnten sich
australische Regierungen nicht uberwinden, sich fur die Entfernung,
Umsiedelung und Umerziehung von mehr als 100.000 Aborigine-Kindern zu
entschuldigen, die allen Zeugenberichten zum Trotz nach wie vor von
vielen geleugnet werden. Auch die Amerikaner wollen sich den Vorwurfen,
Massaker an der Urbevolkerung, den Native Americans, begangen zu haben,
nicht stellen. “Political correctness” hat eben ihre Grenzen und ist
besonders fur ehemalige Kolonialmachte noch reine Ermessenssache.

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/433817_Wo-Voelkermord-noch-Ermessenssache-ist.html

BAKU: Pro-Armenian French Senator Disappoints Armenians

PRO-ARMENIAN SENATOR DISAPPOINTS ARMENIANS

State Telegraph Agency of the Republic of Azerbaijan
February 7, 2012 Tuesday

Pessimist remarks of Jean-Claude Gaudin, the pro-Armenian Mayor of
Marseilles and head of the Union for a Popular Movement Party (UMP)
has seriously disappointed the Armenians.

This was confirmed also in the article titled Pessimism of Jean-Claude
Gaudin and rage of the Armenians published in the Armenian News
(Jan 6) daily in Paris.

The article says that the Armenians didnt believe in cancellation of
the bill by the Constitutional Council. But, the remarks Jean-Claude
Gaudin made in a meeting these days have gravely disappointed the
Armenians. Expressing his concern, Jean-Claude Gaudin sated that on
appeal of the Senators the Constitutional Council of France could
cancel the bill. He added that the Constitutional Council can cancel
not only the bill, but also the voting conducted in connection with
the so-called genocide of Armenians adopted in 2001. The Senator
expressed doubt in adoption of another bill in the case of annulment
of this one, and according to him, the Parliament has no time for this.

Jean-Claude Gaudin also condemned signing of the appeal to the
Constitutional Court by his Party members (18 Senators from UMP)
on cancellation of the said bill.

Unresolved Conflicts Weaken Regional Security

UNRESOLVED CONFLICTS WEAKEN REGIONAL SECURITY

Vestnik Kavkaza
Feb 8 2012
Russia

Artur Bagdasaryan, secretary of the Armenian National Security Council,
has attended a seminar on challenges of South Caucasus in Yerevan,
Armenia Today reports.

The seminar was organized by the Association of Graduates of the
Center named after J. Marshall, Center for European Security Studies
and the US Embassy in Armenia.

Bagdasaryan noted that regional security was weakened by unresolved
conflicts. Yet, Armenia copes with threats to national security and
challenges. Increase of activity in international organizations,
ties with foreign states and settlement of regional problems could
benefit the cause.

The official noted democratic reforms in the Caucasus, cooperation
with international structures, including the Eastern Partnership,
European Neighbourhood Policy, NATO Individuals Partnership Action
Plan, Armenian-Georgian integrated border management. He stressed the
importance of equal opportunities for economic development of Armenia,
Georgia and Azerbaijan.

Saint Cross Christian Church In Jerusalem Desecrated

SAINT CROSS CHRISTIAN CHURCH IN JERUSALEM DESECRATED

yerkir.am
14:28 – 07.02.2012

Tonight Saint Cross Christian church in Jerusalem has been desecrated.

So-called “Youth from hills”, right radicals, are suspected in
this action.

On the stone gate of the church they had wrote “Tag mehrir” (wage),
as well as “Death to Christians” and graffities insulting Jesus.

The church is under rule of Greek Orthodox Church. According to the
legend, the church has been built in the place of a tree from which
the Cross of Jesus had been made.

BAKU: Turkish Foreign Ministry Protested Switzerland

TURKISH FOREIGN MINISTRY PROTESTED SWITZERLAND

Trend
Feb 7 2012
Azerbaijan

7 February 2012, 01:00 (GMT+04:00) Turkish Foreign Ministry protested
the initiative of the Swiss Prosecutor’s Office to prosecute the
Turkish Minister for EU Affairs Egemen Bagis, ITAR-TASS reported with
reference to Turkish media.

Swiss Ambassador in Ankara Raimund Kunz has been called in Foreign
Ministry for an explanation.

The tense situation arose last week when Bagis, returning from Davos
Economic Forum in Zurich, made a statement on the “Armenian genocide”
in the Ottoman Empire. This happened a few days after the French
Senate approved a bill introducing criminal liability for denial of
“genocide”. A similar law applies in Switzerland. “I am in Zurich
and declare: there was no “genocide”. And now let me arrested,” –
said Bagis.

Swiss prosecutors after the treatment of local Armenian organizations
saw in these words, a violation of Article 261 of the Criminal Code
and has started a preliminary investigation. According to the channel,
if the court receives documentary evidence of this speech, the Turkish
minister, if will be found that is not covered by diplomatic immunity,
the court will proceed to Zurich direct litigation.

Advisor to the Foreign Minister of Turkey Feridun Sinirlioglu
protested Swiss ambassador and said that the initiative of the judicial
authorities of his country is unacceptable.

Dr. Tessa Hofmann: "In Deutschland Ist Noch Umfassend Uberzeugungsar

“IN DEUTSCHLAND IST NOCH UMFASSEND UBERZEUGUNGSARBEIT ZU LEISTEN”

Donnerstag, den 02. Februar 2012 um 11:26 Uhr

Interview mit Dr. Tessa Hofmann uber die Petition den §130 StGB
zu erweitern und uber die Schwierigkeiten, die Forderung nach einer
Pönalisierung der Genozidleugnung in Deutschland durchzusetzen.

Frage: Nachdem beide Kammern des französischen Parlaments die
Strafbarkeit von Völkermordleugnung beschlossen haben, äuÃ~_ern
viele Armenier in Deutschland die Hoffnung, dass Völkermordleugnung
auch in Deutschland strafrechtlich verfolgt werden kann. Die von
Ihnen geleitete Arbeitsgruppe Anerkennung hat offenbar bereits 2008
eine solche Forderung aufgestellt. Können Sie uns Näheres uber die
Aktivitäten der AGA in diesem Zusammenhang sagen?

Dr. Tessa Hofmann: Eine derartige Gesetzesinitiative gehört
zu den zentralen Aufgaben einer Menschenrechtsorganisation mit
einem Arbeitsprofil, wie es die â~@~^Arbeitsgruppe Anerkennung”
besitzt. Sie folgt auÃ~_erdem logisch aus der legislativen Entwicklung
innerhalb des EU-Bereichs und speziell Deutschlands, das ja in
gleich mehreren Fällen von Völkermord – Namibia bzw. die damalige
Kolonie â~@~^Deutsch-Sudwest”, der Genozid an den europäischen
Juden bzw. Sinti und Roma – ausschlieÃ~_liche Schuld trägt und fur
den Genozid an Armeniern sowie im Gefolge dieses Verbrechens auch an
Aramäern/Assyrern sowie Griechen osmanischer Staatszugehörigkeit
zumindest als Mitwisser und NutznieÃ~_er mitverantwortlich ist. Nachdem
der Deutsche Bundestag 2005 einstimmig eine implizite Anerkennung
ausgesprochen und das Deutsche Kaiserreich als mitschuldig bezeichnet
hat, lag es logisch nahe auszutesten, inwiefern dieser Beschluss
rein symbolisch oder von weiterer Bedeutung ist. Letzteres wurde sich
beispielsweise in der Errichtung von Gedenkstätten niederschlagen,
in der Aufnahme des osmanischen Genozids in die Schullehrpläne
der Bundesrepublik sowie in die Gesetzgebung bezuglich der
Völkermordleugnung.

Hinzu kamen politische Anlässe wie die gezielte öffentliche und
massenhafte Leugnung seitens nationalistischer Organisationen und
Initiativen, wie der so genannten â~@~^Operation Talaat Pascha”, die
am Todestag Talaat Paschas 2006 in Berlin gezielt die Rechtsordnung
zu provozieren versuchte. Der damalige Berliner Polizeipräsident
Körting reagierte prompt mit einem Versammlungsverbot, gegen
das die â~@~^Operation Talaat Pascha” ebenso umgehend beim
zuständigen Verwaltungsgericht Einspruch einlegte, der dann
durch zwei Instanzen verhandelt werden musste. Fur Körting und
seine Behörde bildete die â~@~^glorifizierende Darstellung eines
der Haupturheber dieser Unrechtshandlungen, des seinerzeitigen
Innenministers Talat Pascha, und die Bezeichnung des Völkermords
als â~@~ZLuge'” einen VerstoÃ~_ gegen § 189 StGB (Verunglimpfung
des Andenkens Verstorbener).Dabei äuÃ~_erte sich die zuständige
deutsche Verwaltungsgerichtsbarkeit ubrigens deutlicher als im Jahr
zuvor der Bundestag. Die damaligen Urteile sind auf unseren Webseiten
sowie

nachlesbar.

Jene linksnationalistischen und kemalistischen turkischen Kreise,
die damals die â~@~^Operation Talaat Pascha” unterstutzten oder ihr
angehörten, betreiben gegenwärtig einen Kult um die Gräber der 1922
in Berlin erschossenen Jungturken Dr. Bahaeddin Å~^akιr sowie Cemal
Azmi, die 2011 restauriert und mit Gedenktafeln versehen wurden, auf
denen dieser maÃ~_gebliche Organisator der â~@~^Sonderorganisation”
bzw. der fur die Provinz Trapesunt (Trabzon) 1915/16 zuständige
Gouverneur als bedeutende turkische Staatsmänner und Märtyrer
armenischen Terrors verherrlicht werden. Von der eskalierenden Hetze
in nationalistischen Foren im Internet einmal ganz zu schweigen…

Wir teilen die grundsätzliche Erkenntnis der Genozidforschung,
wonach die Leugnung dieses gröÃ~_ten aller denkbaren Verbrechen
dessen letzte Phase bildet. Die Verselbständigung der Leugnung,
ihre fortgesetzte und gezielte Wiederholung erscheinen uns aber bei
geleugneten Völkermorden ein besonderes Problem darzustellen. Im
Fall der Armenier und ihrer aramäischen/assyrischen und griechischen
Mitopfer erstreckt sich die Leugnung inzwischen uber Jahrzehnte, wobei
den Opfern bis heute unterstellt wird, sie seien durch Landesverrat und
andere strafbare Akte gleichsam selbst an ihrem Ende schuld. Insofern
ergibt sich hieraus ein zusätzlicher Handlungsbedarf.

Die als Juristen ausgebildeten AGA-Mitglieder Dr. Sarkis Bezelgues
und RA Sven Leistikow haben 2008 einen Vorschlag ausgearbeitet, wie
eine Novellierung des bestehenden deutschen Strafrechtsartikels 130
(Volksverhetzung) aussehen könnte. Hierbei wurden auch die Fehler des
ersten französischen Novellierungsversuchs von 2005 berucksichtigt. In
Frankreich verbietet seit 1990 das so genannte â~@~^Gayssot-Gesetz”
die Leugnung des Holocaust. Ein erster Novellierungsvorschlag sah
vor, dieses Gesetz lediglich um die Leugnung des Genozids an den
Armeniern zu erweitern. Ein solches Vorgehen erschien uns unvereinbar
mit der grundsätzlichen Universalität von Gesetzen und auch mit
der Geschichte: In der letzten Dekade osmanischer Herrschaft blieben
die Armenier nicht die einzigen Opfer von Völkermord. Das Ergebnis
unserer Arbeit bildet eine Petition, die wir am 15. Oktober 2008 dem
Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages uberreichten, nachdem
wir sie zuvor den Dachverbänden der Armenier (ZAD), Aramäer (FASD)
und Assyrer (ADO) sowie den beiden in Berlin ansässigen armenischen
Gemeinden und anderen Opfervereinen zur Unterstutzerunterschrift
vorgelegt hatten (vgl. Anlagen). Dieser leitete den Antrag zur
Stellungnahme an das Bundesjustizministerium weiter, das im Dezember
2008 erwiderte. Ein wesentlicher Einwand des Ministeriums bildete
die Behauptung, der Genozid an den Armeniern sei niemals juristisch
qualifiziert worden, weder vor einem internationalen Gericht, noch
vor einem nationalen Gericht eines EU-Staates. Wir haben zu diesem
und anderen Einwänden 2009 in einem ausfuhrlichen Kommentar Stellung
bezogen und nachgewiesen, dass zumindest auf nationaler Ebene Gerichte
des EU-Mitglieds Deutschland, bzw. des EU-Kandidaten Turkei mit
dem Genozid an den Armeniern befasst waren. Zugleich baten wir die
unterstutzenden Verbände ZAD, FASD und die Hellenische Gemeinde zu
Berlin um Stellungnahmen an den Petitionsausschuss. Daraufhin wurde
ein Abgeordneter zum Berichterstatter fur unser Petitionsanliegen
bestellt, das damit fortgefuhrt wurde. Dies ist der Sachstand von
2010. Wir haben jetzt die Vorsitzende des Petitionsausschusses gebeten,
uns uber den aktuellen Stand zu informieren.

Wir sind uns bewusst, dass die Situation in Deutschland in vieler
Hinsicht anders als Frankreich ist. In den Mehrheitsbevölkerungen
beider Staaten gibt es jedoch unter intellektuellen Wortfuhrern solche,
die Meinungsfreiheit uber das Recht bzw. die Verpflichtung stellen,
Opfer von Völkermord und ihre Nachfahren vor Leugnungstaten zu
schutzen. Hier ist noch umfassend Uberzeugungsarbeit zu leisten.

Zugleich besitzen wir in Deutschland das Problem, dass der
Gesetzgeber noch keine explizite Anerkennung des Genozids an den
Armeniern vorgenommen hat, und zwar anscheinend auch aus dem Grund,
um dem Rechtsradikalismus und der Fremdenfeindlichkeit in Deutschland
vorzubeugen bzw. dem EU-Beitritt der Turkei keine Hindernisse in den
Weg zu legen. Mit diesen Konstrukten und Denkfiguren werden sich alle
auseinanderzusetzen haben, die an einer Erweiterung des §130 StGB
interessiert sind. Fur den Anfang wurde ich mir eine Expertenkonferenz
von Juristen und Historikern wunschen, die sich damit auseinandersetzt.

Frage: Woran könnte es liegen, dass offensichtlich viele Armenier und
armenische Vereine die Initiative der AGA nicht unterstutzt haben? Auf
der Website des ZAD ist z.B. (zum Zeitpunkt dieses Interviews am
01.02.2012) kein Hinweis auf die Petition oder die seit drei Jahren
laufende Unterschriftensammlung.

Dr. Tessa Hofmann: AGA hat 2008 zum Zeitpunkt der Einreichung und dann
noch einmal 2009 den ZAD sowie die beiden armenischen Gemeinden der
Hauptstadt Berlin gebeten, die Petition als korporative Unterstutzer
mitzutragen; mit gleich lautender Bitte sind wir auch an Verbände
der Aramäer, Assyrer und Griechen herangetreten. Im Weiteren haben
jedoch Verbände und Vereine der von dieser Petition unmittelbar
Betroffenen keine Unterstutzungsarbeit geleistet. Das bedeutet, sie
haben weder ihre Mitgliedschaft gebeten, sich an der online-Petition
zu beteiligen, noch haben sie auf ihren Webseiten darauf hingewiesen.

Seit der Verabschiedung der französischen Novelle hat der ZAD in
wiederholten Erklärungen ein ähnliches Gesetz fur Deutschland
gefordert, ohne zu erwähnen, dass er selbst eine dem Bundestag
vorliegende Petition mit unterzeichnet hat. Er scheint sie also
entweder vergessen zu haben, oder verschweigen zu wollen. Die Grunde
dafur musste der ZAD selbst erklären.

Frage: Es war eine Abgeordnete der Regierungspartei, die eine
Novellierung des â~@~^Gayssot-Gesetz” und damit die Strafbarkeit auch
des Völkermords an den Armeniern auf die Tagesordnung des Parlaments
brachte. Unterstutzt wurde ihre Initiative aber auch von Abgeordneten
der linken Fraktionen, vor allem der sozialistischen. Wie war die
Reaktion in den Bundestagsfraktionen auf die Petition zur Erweiterung
des § 130? Und wie war die Resonanz in den Medien und der deutschen
â~@~^Offentlichkeit”?

Dr. Tessa Hofmann: Die Verfahrensweisen sind unterschiedlich. Das im
Ansatz sehr burgernahe deutsche Petitionsrecht sieht auch vor, dass
eine Petition von Einwohnern dieses Landes eingebracht werden kann.

Der Petitionsausschuss entscheidet, wie damit verfahren wird und
spricht bei Behandlung Empfehlungen an das parlamentarische Plenum oder
an die Exekutive (Regierung) aus; es ist auch nicht ausgeschlossen,
dass eine Fraktion ein Petitionsgeschäft ubernimmt, sofern sich dafur
in einer Fraktion eine Mehrheit findet. Damit ist in Deutschland kaum
zu rechnen.

Unser Ziel war es, mit der aus der Zivilgesellschaft stammenden
Gesetzesinitiative den Petitionsausschuss und uber ihn das Parlament zu
konfrontieren und auszuloten, wie darauf grundsätzlich reagiert und
welche Widerstände oder Ablehnungsargumente vorgetragen werden. Die
erste groÃ~_e Hurde – Einwände des Bundesjustizministeriums – haben
wir genommen. Nun mussen wir weitersehen.

Das Beispiel Frankreich, wo die jungste, von einer Abgeordneten der
Regierungspartei eingebrachte Gesetzesinitiative derzeit wieder auf
der Kippe steht, zeigt, wie stark die juristischen, politischen
und möglicherweise auch wirtschaftlichen Widerstände gegen ein
Antileugnungsgesetz sind. Das hat nur zum Teil mit dem armenischen
Einzelfall zu tun. Unter den Meinungsfuhrern Europas und mehr
noch der USA gibt es grundsätzlich sehr starke Aversionen gegen
“Gesinnungsgesetze”. Sie organisierte sich 2008 in der Initiative des
“Appel de Blois”, den auch namhafte deutsche Historiker (wie Prof. em.

August Heinrich Winkler) und andere Intellektuelle unterzeichnet
haben. Darin heiÃ~_t es unter anderem: “Geschichte darf
nicht zum Sklaven der Tagespolitik werden und kann auch nicht
auf Befehl miteinander konkurrierender Erinnerungen verfasst
werden.” Konsequent zu Ende gedacht ist dieser Ansatz dann in den
USA, dessen AuÃ~_enministerin das französische Antileugnungsgesetz
heftig gerugt hat bzw. darauf verweist, dass in ihrem Land derartiges
unmöglich ist. Was man unter anderem am Wirken eines Holocaustleugners
wie Bischof Williamson sehen konnte.

Solche Widerstände gegen Antileugnungsgesetze können nicht
handstreichartig, sondern nur durch Uberzeugungsarbeit und in einer
breiten gesellschaftlichen Wertedebatte abgebaut werden. Zu dieser
Wertedebatte gehört die Frage, welchen Schutz eine Gesellschaft
Opfern von Massengewalt und ihren Nachfahren gewähren will. Es
gehört ferner die Erkenntnis dazu, die Leugnung von Völkermord
als integralen Bestandteil dieses Verbrechens bzw. als “zweite
Tötung” (Elie Wiesel) wahrzunehmen und daraus strafrechtliche
Schlussfolgerungen abzuleiten. Im Fall der Armenier und anderer
Mitopfer wurde ich hinzufugen, dass sie bzw. ihre Vorfahren insofern
besonders schutzbedurftig sind, als sie alles verloren haben: Ihre
Heimat, ihren Besitz und das Leben.

Medialen Verlautbarungen der jungsten Zeit ist leider zu entnehmen,
dass viele nicht-betroffene deutsche Kommentatoren nicht dazu in der
Lage sind bzw. schnell bereit sind, diesen Opferschutz als Bagatelle,
“Hochmut” (“der spiegel” 5/2012) oder “verfehlte Strafrechtspolitik”
(Gastkommentator Prof. Dr. iur. Reinhard Merkel in der “FAZ”,
26.01.2012) abzutun. Aus ihren massiven Reaktionen können Sie
herleiten, was wohl die Reaktionen gewesen wären, falls wir uns
voreilig mit unserer Petition an die Offentlichkeit gedrängt hätten.

Zugleich war allerdings unsere Petition stets öffentlich und wurde
von allen gefunden, die beruflich, als Wissenschaftler zumeist,
im Netz recherchierten.

Hofmann, Tessa, Dr. phil., Magistra Artium, geb. in Bassum bei
Bremen; studierte 1969-1974 Slawistik, Armenistik und Soziologie an
der Freien Universität Berlin; Promotion in Slawistik und Soziologie
1982; 2002 zur Professorin der Hrachia Ajarian-Universität (Jerewan)
ernannt. Seit 1983 wissenschaftliche Angestellte am Osteuropa-Institut
der FU Berlin, derzeit als Forschungsassistentin in der Abteilung
Osteuropäische Soziologie; wissenschaftliche Mitarbeiterin
in internationalen Forschungsprojekten (u.a. â~@~^Out-Migration
from Armenia and Georgia”, 2008-2012). Zahlreiche, in neun Staaten
erschienene Publikationen zur Geschichte, Kultur und Gegenwartslage
Armeniens und der armenischen Diaspora, zur Genozidforschung, zu
Minderheiten in der Turkei und im Sudkaukasus. Als Wissenschaftlerin
und Menschenrechtlerin hat sie an zahlreichen internationalen
Konferenzen und Tagungen teilgenommen.

Seit 1979 leistet Dr. Tessa Hofmann ehrenamtliche
Menschenrechtstätigkeit, ist Mitglied in der internationalen
“Gesellschaft fur bedrohte Völker e.V.” und Mitbegrunderin der
GfbV-Koordinationsgruppe Armenien. Sie war 1985 Mitbegrunderin und
-leiterin des Informations- und Dokumentationszentrums Armenien;
seit 2003 Vorsitzende der Arbeitsgruppe Anerkennung – Gegen Genozid,
fur Internationale Verständigung e.V.

Eine Auswahl ihrer Veröffentlichungen:

Hofmann, Tessa; Björnlund, Matthias; Meichanetsidis, Vasileios (Eds.):
Genocide against the Ottoman Greeks: Studies on the State-Sponsored
Campaign of Extermination of the Christians of Asia Minor, 1912-1922
and Its Aftermath: History, Law, Memory. Athens: Melissa International
Ltd., 2011. 512 p.

Hofmann, Tessa: Armenier in Berlin – Berlin und Armenien [Armenians
in Berlin – Berlin and Armenia]. Mit Beiträgen von Dogan Akhanlı
und Yelda.

Berlin: Der Beauftragte des Senats fur Integration und Migration
[Berlin: The Senate’s Commissioner for Integration and Migration],
2005. 104 p.

Hofmann, Tessa; Andreas Wolfensberger: Armenien – Stein um
Stein [Armenia, stone by stone]. Bremen: Edition Temmen, 2001
(Nachaufl. 2005); 153 p.

Hofmann, Tessa: Annährung an Armenien: Geschichte und
Gegenwart. [Approaching Armenia: History and present time] Muchen:
Verlag C.H. Beck, 1997. 2., aktual.

u. erg. Aufl. 2006; 278 p. (Beck’sche Reihe. 1223)

(Ed.) Armenier und Armenien: Heimat und Exil [Armenians and Armenia:
Homeland and Exile]/ Tessa Hofmann (Hrsg.). Reinbek bei Hamburg:
Rowohlt, 1994, 256 p.

Abb. (rororo-Sachbuch Nr. 9554.)

Der Völkermord an den Armeniern vor Gericht: Der Prozess Talaat
Pascha. 2. Aufl. d.

Ausg. Berlin 1921, hrsg. u. eingel. von Tessa Hofmann. [The Genocide
against the Armenians on Trial: The Talat Pasha Court Trial. 2nd
ed. of the edition Berlin 1921, ed.

and introduced by Tessa Hofmann] Göttingen, Wien: Gesellschaft fur
bedrohte Völker, 1980. XI, 136 p. (3., erw. Neuaufl. Göttingen 1985)

http://www.hayastaninfo.net/interviews/3024-interview-mit-tessa-hofmann-zur-frage-der-strafbarkeit-von-genozidleugnung-in-deutschland.html
http://www.aga-online.org/criminallaw/content/de/VG_Beschluss.pdf
http://www.aga-online.org/criminallaw/content/de/Beschluss_OVG_Berlin.pdf

Un Journaliste Armenien Arrete

UN JOURNALISTE ARMENIEN ARRETE
Stephane

armenews.com
mercredi 8 fevrier 2012

La plupart des quotidiens du week-end ont rendu compte de
l’arrestation, vendredi dernier, d’un journaliste eminent du quotidien
d’opposition Haykakan Jamanak, Hayk Guevorguian. Il est accuse en vertu
de deux articles du Code penal, a savoir d’avoir viole les règles
de la circulation et d’avoir cause des prejudices physiques a une
personne. Il s’agit d’un accident routier en date du 13 janvier, jour
où le quotidien avait publie un article critique contre le chef de la
police, Vladimir Gasparian. Le journaliste, ainsi que le redacteur en
chef de Haykakan Jamanak, Nikol Pachinian, denoncent donc cet accident
comme ayant ete ” fabrique “. D’après une declaration de la Police,
le journaliste etait ” recherche ” depuis le 26 janvier.

Cette annonce laisse perplexe les medias et les conduit a s’interroger
sur les motifs de cette arrestation, dans la mesure où le journaliste
a continue ses activites professionnelles, a publie des articles et
a pris part a des conferences de presse de Ministres.

Son arrestation est intervenue le jour où Haykakan Jamanak avait
publie un deuxième article contre le chef de la Police, indiquant
qu’il aurait recu un cadeau precieux, une Mercedes, de la part du
President du Comite des recettes d’Etat. Dans une conference de
presse, le redacteur en chef de Haykakan Jamanak, Nikol Pachinian,
a denonce les motifs ” clairement ” politiques de ce ” show ” qui
traduirait la vengeance personnelle du chef de la Police a l’encontre
d’un journaliste d’opposition.

La presse, toutes tendances confondues, fait montre d’une solidarite
vis-a-vis d’un confrère, ironisant sur le fait que pendant dix jours la
police n’a pas ete capable de trouver le journaliste. Les commentateurs
sont unanimes pour affirmer qu’il s’agit d’une vengeance evidente. ”
Un nouveau defi a ete lance aux journalistes armeniens, qui cette
fois-ci se distingue par son cynisme et son insolence.

L’arrestation de Hayk Guevorguian est un attentat contre la liberte
de la presse orchestre par un pouvoir qui ne cesse d’affirmer que les
elections de mai seront libres et transparentes. Cette arrestation
traduit aussi les methodes sovietiques qui sont celles de la police
armenienne “, ecrit l’editorial de Jamanak. Hraparak estime dans son
editorial que le chef de la Police n’aurait jamais ” ose ” prendre la
decision d’arreter un journaliste, sans un feu vert de sa hierarchie.

Joxovurd estime, pour sa part, qu’une vague de represailles vient
d’etre lancee contre la liberte d’expression a la veille des elections
legislatives.

Ambassade de France en Armenie

Service de presse

Reaction D’Arthur Khandjian A L’Article De Lucile Schmid D’EELV

REACTION D’ARTHUR KHANDJIAN A L’ARTICLE DE LUCILE SCHMID D’EELV
Ara

armenews.com
mercredi 8 fevrier 2012

Nous publions ci-dessous une reaction de M. Arthur Khandjian,
conseiller municipal d’Issy-les-Moulineaux suite a la parution sur
armenews d’un article de Lucile Schmid, membre du bureau national
d’Europe-Ecologie-Les-Verts paru samedi 4 fevrier sur armenews. Cette
reaction appelle deux commentaires. Lucile Schmid ne nous a jamais
demande de publier cet article qui etait diffuse sur son blog. C’est
nous meme qui lui avons propose de le faire paraître afin d’eclairer
nos lecteurs sur certaines oppositions que suscite au sein meme du
bureau d’EELV l’attitude inadmissible des elus des Verts au Parlement
sur la loi de penalisation du negationnisme. Nous attestons par
ailleurs que Lucile Schmid est engagee de longue date dans le combat
pour la reconnaissance du genocide et la penalisation de sa negation
et qu’elle le poursuit jusqu’a aujourd’hui au sein d’une organisation
qui nous a trahi au moment decisif – et sans etats d’âme !- sur
cette question.AT.

L’article ecrit par Mme Lucile SCHMID sur cette date douloureuse et sur
ces evenements qui ont ete si insultants pour les Francais d’origine
Armenienne, ne peuvent manquer de nous interroger collectivement. En
effet, avec les recentes actions d’ingerence de la part de la Turquie
et d’institutions comme la chambre de commerce franco-turque ou
l’Institut du Bosphore, des parlementaires notamment ecologistes ont
cru bon d’introduire un recours auprès du Conseil Constitutionnel ce
qui represente une gifle politique donnee a la loi Boyer.

Je me dois de faire remarquer que le parti auquel appartient Mme SCHMID
(Europe-Ecologie -Les Verts, dit EELV ) n’est pas clair. Leurs deputes
se sont abstenus dans leur integralite le 22 decembre 2011, lors du
vote de la loi Boyer a L’Assemblee Nationale . !!! Et comme si cela
ne suffisait pas …le 23 janvier dernier au Senat, c’est encore tous
les Senateurs de ce meme parti ont vote contre cette loi, utilisant
en cela des arguments incomprehensibles alors qu’une telle loi est
si importante pour punir les negationnistes de tous les genocides
dans notre pays !!!

Je peux comprendre le malaise profond de Mme SCHMID qui se sent proche
de nos aspirations, mais qui est aussi membre et representante de ce
parti politique. A l’unanimite de ses parlementaires et responsables,
le parti EELV se prononce publiquement contre et combat les positions
defendues par les Francais d’origine Armenienne, ainsi que les
organisations qui les representent dans leur difficile combat de
faire voter une loi punissant les negationnistes et qui ont en face
d’eux la puissante machine de lobbying de la Turquie.

Il serait utile que les lecteurs sachent que Mme SCHMID a obtenu
l’investiture de son parti Europe Ecologie les Verts avec aussi le
soutien du Parti Socialiste pour les prochaines elections legislatives
de juin a Issy les Moulineaux.

J’ose esperer que la declaration qu’elle vient de faire paraître dans
Nouvelles d’Armenie est totalement amicale et a la fois en accord avec
les aspirations des Francais d’origine Armenienne …et non pas guidee
par une arrière pensee pre-electorale. Il faudra que les membres
de ce parti soient en accord a un moment donne et ne viennent pas
dans une circonscription parce qu’il y a un grand nombre d’electeurs
d’origine Armenienne affirmer le contraire de ce qu’ils font sur le
plan national.

Penalisation De La Negation Des Genocides : Pour Ou Contre ?

COLLOQUE DE L’INSTITUT DE DROIT PENAL DU BARREAU DE PARIS
Jean Eckian

armenews.com
mercredi 8 fevrier 2012

Penalisation de la Negation des Genocides : Pour ou Contre ?

L’Institut de Droit Penal du Barreau de Paris organisait le 6 fevrier
2012 un colloque intitule : ” Penalisation de la negation des genocides
: pour ou contre ? “.

Ce colloque a reuni un prestigieux plateau d’intervenants de haut vol,
souvent bien connus de la communaute armenienne. Present egalement
dans la salle, maître Bernard Jouanneau. Autour du moderateur de la
conference, maître Vincent Niore, president delegue de l’Institut
de droit penal : maître Jean-Yves Le Borgne, ancien vice-bâtonnier
du barreau de Paris et president de l’Institut de Droit Penal ;
maître Henri Leclerc, ancien president de la Ligue des Droits de
l’Homme et president d’honneur de l’Institut de Droit Penal ; maître
Christian Charrière-Bournazel, ancien bâtonnier du barreau de Paris
et president d’honneur de l’Institut de Droit Penal ; maître Basile
Ader, membre du conseil de l’Ordre ; maître Sevag Torossian, avocat
au barreau de Paris ; maître Ron Soffer, avocat aux barreaux de Paris
et New-York ; et maître Mario Stasi, ancien bâtonnier du barreau de
Paris et president d’honneur de l’Institut de Droit Penal.

Vincent Niore a ouvert le colloque en presence de representants de
la Representation du Haut-Karabagh, de l’Ambassade d’Armenie a Paris,
du CRIF, et des co-presidents du CCAF.

Il a tout d’abord rappele les actions conduites par les avocats
francais en solidarite des avocats persecutes ou emprisonnes, notamment
en Syrie, en Chine et en Turquie.

Il a souligne que l’eventuel succès du recours forme par les
parlementaires contre la loi Boyer (et singulièrement l’article 5
de ce recours) ouvrirait la voie a une remise en question de la loi
Gayssot elle-meme.

Il a enfin rappele la position de l’Association Turque des Droits de
l’homme (IHD) : ” La negation d’un genocide est une agression envers
les descendants des victimes “.

Introduction de Maître Jean-Yves Le Borgne : ” le verbe peut-il etre
le prolongement d’un crime ? ”

Maître Le Borgne a concentre son propos sur quelques questions,
soulignant que son opinion n’etait pas faite sur l’opportunite ou non
d’une loi. Les insupportables excès du negationnisme doivent-ils etre
jugules par l’interdiction ou bien par le debat et la demonstration
rationnelle, s’est-il interroge. Il y a quelque chose de desesperant
a devoir interdire la pensee mauvaise, a devoir eriger une sorte de
bien-pensance qui traduit en fait une absence de foi dans le bon sens
et la capacite de jugement de nos concitoyens.

Au fond fixant une borne morale, la loi ferait le constat de
l’incapacite des Francais a se reperer par eux-memes, a identifier
ce qui est mensonger et scandaleux.

Autre questionnement, le verbe peut-il etre le prolongement d’un
crime ? L’indecence et l’attitude scandaleuse que representent la
negation d’un crime et l’edulcoration de l’histoire, doivent-elles
etre designees comme un crime ?

Ce n’est pas necessairement parce qu’il est juste de dire que le
negationnisme est moralement condamnable qu’il faudrait par consequent
eriger une loi, et baliser la liberte de pensee par un interdit.

Maître Le Borgne a rappele le rôle crucial de l’education, citant en
exemple la loi Taubira qui encourage l’enseignement de l’histoire de
l’esclavage dans les programmes scolaires. Il a invite a renforcer cet
aspect dans le cas du genocide armenien, dont l’enseignement pourrait
trouver une plus grande place par exemple dans l’enseignement de la
première guerre mondiale.

Il a enfin suggere que les lois destinees a combattre la negation et
a baliser l’expression publique pourraient etre de nature temporaire
(par exemple 10 ans), avec un renouvellement ou non en fonction de
la persistance ou non d’un discours negationniste dans l’espace public.

Ce faisant, cela attenuerait le sentiment de ” verite officielle “.

Intervention de Maître Henri Leclerc : ” une verite affirmee par la
loi est une verite affaiblie ”

Maître Henri Leclerc a tout d’abord longuement rappele que le
gouvernement turc nie la realite du genocide et met ainsi curieusement
ses pas dans ceux des Jeunes-Turcs ; le negationnisme aboutit a la
situation absurde où M. Erdogan ” couvre ” Talaat Pacha. Encore plus
grave, derrière l’etat turc, le peuple turc est trompe, maintenu dans
l’ignorance, et supporte le poids de ce mensonge, alors meme qu’il
ne porte aucunement la responsabilite de ce crime. En organisant
le negationnisme, l’etat turc attise les tensions entre Turcs et
Armeniens. Dans ce contexte, les prises de positions d’Orhan Pamuk
et de nombreux intellectuels turcs et les reactions de la societe
turque après la mort de Hrant Dink sont tout a fait notables.

Rappelant ses 30 annees de combat comme avocat, comme president de la
Ligue des Droits de l’homme et comme citoyen, contre les negationnismes
et pour la reconnaissance du genocide armenien en particulier, Maître
Henri Leclerc s’est dit très reserve envers cette loi.

Faut-il nommer par une loi deux genocides ou tous les genocides ;
pourquoi exclure la politique deliberee de famine conduite par l’URSS
a l’egard de l’Ukraine, qui entraîna la mort de cinq millions de
personnes ? pourquoi ne pas mentionner le genocide des Assyro-Chaldeens
concomitant de celui des Armeniens, ou celui des Vendeens durant la
revolution francaise ? Et pourquoi poser seulement le problème de la
negation des genocides et non celle de la negation des crimes contre
l’humanite (comme l’esclavage par exemple) s’est-il encore interroge.

De meme qu’il etait reserve sur la loi Gayssot, Maître Leclerc est
reserve sur la loi Boyer : il n’y a plus de delit de blasphème,
plus de verite officielle, et ces lois marquent d’une certaine facon
une regression.

L’alternative a la loi consiste a faire triompher la verite par la
raison. Dans une formule ramassee, Maître Leclerc a souligne qu’une
verite affirmee par la loi est une verite affaiblie.

En l’absence de Robert Badinter, qui s’etait desiste le matin meme,
Maître Niore a lu de larges extraits de l’article que l’ancien garde
des Sceaux avait fait paraître dans le Monde du 16 janvier 2012.

Intervention de Maître Charrière-Bournazel : ” Le negationniste fait
injure a l’humanite ”

Maître Charrière-Bournazel a souligne que le caractère effroyable
du crime contre l’humanite exige la prise en compte d’une dimension
universelle de ce qui a ete commis et de ce qui a ete souffert. Or
celui qui nie le genocide nie la souffrance et la mort.

A la difference des juifs d’Europe, les Armeniens n’ont pas beneficie
de la justice des hommes, et le crime est reste pour l’essentiel
impuni.

Le droit doit aussi savoir plonger ses racines dans le c~ur, et ne pas
se limiter a des arguties juridiques ou a une conception integriste
d’une liberte d’expression absolue. En effet, le mot ” liberte
d’expression ” n’est nullement porteur d’une sorte d’immunite, et les
mots peuvent faire le mal : ce sont des mots qui font la calomnie,
le harcèlement, le chantage ou l’outrage par exemple, a-t-il souligne.

Les debats autour de la loi Boyer se resume souvent a jouer avec
des abstractions ou des dogmes eriges en principes ; or ce n’est
pas avec des abstractions qu’on resout les problèmes de la haine,
de l’aveuglement et du negationnisme.

Celui qui nie l’evidence, et d’autant plus lorsque les victimes n’ont
pas beneficie de la justice des hommes, attise leur souffrance et celle
de leurs descendants, leur fait injure et fait injure a l’humanite. Et
l’injure doit etre poursuivie.

Ecouter ICI

Intervention de Basile Ader : ” Avec la loi, c’est au juge que revient
l’appreciation ”

S’appuyant sur sa longue pratique de la mise en application de la loi
Gayssot, il a souligne que la loi laisse au juge le soin d’evaluer
ce qui doit etre sanctionner, du fait en particulier de l’acceptation
assez extensive du terme meme de ” contestation “.

Après une analyse assez technique de 3 cas precis, il a mise en
evidence que les contestations par insinuation, par mise en doute
ou par dissimulation par exemple sont des cas qui ont ete retenus et
sanctionnes par le juge.

Par ailleurs, aucun historien n’a ete inquiete au titre de la loi
Gayssot.

Intervention de Sevag Torossian : ” La loi Boyer, une loi a portee
universelle ”

Maître Torossian a d’abord souligne a quel point l’histoire du genocide
armenien, et l’histoire de sa negation, restent mal connues en France,
et ne l’etaient quasiment pas du tout avant la fin des annees 90. C’est
la loi de 2001 et le combat pour sa preparation qui ont permis que le
genocide armenien puisse sortir du deni dans lequel il etait enferme.

Maître Torossian a rappele que la loi Boyer a touche une fibre
sensible dans le debat francais, celle du rapport a la memoire,
celle de l’universalite d’un crime contre l’humanite ; or la France
n’est peut-etre pas encore a l’aise avec cette notion d’universalite,
de transcendance.

Sur le negationnisme lui-meme, Sevag Torossian a rappele la definition
de l’historien Richard Hovannisian : ” Le negationnisme, c’est le
crime qui detruit la memoire du crime “.

La gravite de delit, a-t-il poursuivi, exige une sanction adaptee
a son ampleur, a l’ampleur de l’atteinte a la dignite humaine qu’il
represente.

En montrant du doigt le ” negationnisme collectif “, le president
Sarkozy a pointe ce qui fait la specificite du negationnisme du
genocide armenien, celle d’etre un negationnisme d’Etat ; il a eu
une intuition juste, mettant en evidence une carence juridique,
a laquelle la loi Boyer apporte une solution d’avant-garde par son
universalite (elle ne cite aucun genocide en particulier, et a vocation
a s’appliquer a tout genocide que la France pourrait reconnaître s’il
etait confronte a un deni actif).

Par ailleurs, maître Torossian a souligne la difference de contexte
entre la loi Gayssot (une loi ” post reconnaissance “, intervenant
après la pleine reconnaissance de la Shoah par l’Allemagne), et la
loi Boyer (une loi ” pre-reconnaissance ” pour ce qui concerne la
reconnaissance du genocide armenien par la Turquie).

Comment lutter efficacement, s’est-il interroge, contre les crimes
contre l’humanite sans meme lutter contre leur negation ?

Maître Torossian est longuement revenu sur l’argument oppose a la
penalisation de la negation du genocide armenien, selon lequel le
genocide armenien ne beneficierait pas de l’autorite de la chose
jugee. Argument tortueux selon lui qui reviendrait a dire qu’au fond
la loi Gayssot incriminerait simplement la contestation d’une decision
de justice (celle du tribunal de Nuremberg). Argument irrecevable
meme puisqu’il reviendrait a dire que la contestation d’une decision
de justice pourrait a elle seule conduire en prison. Il s’est eleve
contre le detournement du fondement de l’autorite de la chose jugee,
qui est simplement d’eviter les procedures a repetition sur des faits
deja juges. En aucun cas la verite ne se confond avec l’autorite de la
chose jugee – l’absence d’un jugement n’ôte rien a la verite d’un fait.

Il a egalement rappele que, dès mai 1915, les puissances de l’Entente,
et tout particulièrement la France, avait appele au jugement des
criminels qui orchestraient l’extermination des Armeniens ; que le
traite de Sèvres en 1920 prevoyait la mise en place d’une juridiction
internationale a cet effet ; mais que les tractations ont finalement
eu raison de ces procès internationaux qui n’eurent finalement jamais
lieu, et que le Traite de Lausanne (1923) accorda finalement une
amnistie generale.

En conclusion, maître Torossian a souligne que ce que vise la loi
Boyer, c’est la contestation ” outrancière “, donc l’intention de
nuire et la mauvaise foi. L’interrogation de l’historien implique,
elle, au contraire une responsabilite professionnelle, une demarche
scientifique.

Il a enfin illustre quelques troubles a l’ordre public recents a
caractère negationniste, montrant la necessite d’une loi.

Intervention de Ron Soffer : “le cas americain”

Maître Soffer a principalement concentre son expose sur
l’impossibilite absolue en droit americain de legiferer sur la liberte
d’expression. Dans ce cadre, une loi penalisant le negationnisme est
tout a fait impossible. En revanche, un jugement civil peut condamner
a dommages et interets en reparation d’un prejudice, mais c’est une
voie souvent difficile.

Synthèse des debats par maître Stasi (a droite sur la photo, en
discussion avec Ara Toranian et maître Henri Leclerc)

Maître Stasi a souligne que le legislateur a aussi pour rôle de dire
ce qui ne doit pas etre oublie, de poser des rappels pour se souvenir
et reflechir.

En ce sens, la loi Boyer, par les debats auxquels elle a donne lieu,
a deja pleinement rempli cet objectif, car elle a permis de bien
connaître l’histoire du genocide armenien, et meme d’une part meconnue
de l’histoire et du rôle de la France a cette epoque.

Selon Maître Stasi, par son universalite et par ses mentions claires
de ” l’outrance ” et sa reference au code penal, la loi Boyer est
irreprochable dans sa formulation. En effet, les faits historiques
concernes sont averes, et la minimisation outrancière est celle qui
revient a mettre en cause la realite du crime.

S’appuyant sur le jugement de Bernard Lewis en 1995, il a souligne
que le negationnisme est punissable car il ravive les douleurs.

Il a egalement estime qu’empecher la promulgation d’une loi pour
des motifs d’opportunite politique, diplomatique ou economique est
intolerable : où s’arrete l’opportunisme politique et où commencent
la complaisance, voire la complicite.

Il a lui aussi estime que la recherche historique ne court pas de
danger puisque seule l’outrance est visee.

Par ailleurs, il a estime que s’en prendre a la loi Boyer, c’est ouvrir
la porte a une remise en question de la loi Gayssot, et que c’est la
l’objectif non avoue d’un certain nombre d’opposants a la loi Boyer.

Nier la verite, c’est insulter les victimes et leurs descendants,
et l’insulte vaut reparation, a-t-il conclu.

Armenian Columnist Sevan Nishanyan Jailed In Turkey

ARMENIAN COLUMNIST SEVAN NISHANYAN JAILED IN TURKEY

Tert.am
07.02.12

An Istanbul based Armenian columnist, Sevan Nishanyan, has been jailed
for five months for an alleged illegal construction.

According to NTV, the plan to build a cemetery carved into a rock in
Selcuk region (Izmir province; historical Armenian name: Zmyurnia)
was the cause of his detention this time.

Earlier Nishanyan had been several times detained over allegations
of illegal construction. Turkish courts have so far issued separate
rulings against him, threatening the Turkish-Armenian intellectual
with overall 17 years in prison. But all the cases have been appealed.

After renovating 16 desolate constructions through his own means,
Nishanyan started operating them as hotels. The rebuilding of those
facilities, that later became known as Nishanyan’s houses, later
entailed 16 separate lawsuits against the intellectual.