ADK – The Journal of German-Armenian Society – 06/30/2013 (in German

PRESS RELEASE
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1. ZUM GEDENKEN DER OPFER DES VOELKERMORDES AN DEN ARMENIERN 1915

VON CEM OEZDEMIR
Bundesvorsitzender
BUENDNIS 90/DIE GRUENEN (1)

S.E. Herr Armen Martirosyan, Botschafter der Republik Armenien in
Deutschland,
S.E. Erzbischof Karekin Bekdjian, Primas der Dioezese der Armenischen
Kirche in Deutschland,
Priester Gnel Gabrielyan,
Frau Pfarrerin Beate Dirschauer,
Herr Bischofsvikar Dr. Matthias Fenski vom Erzbistum Berlin,
Frau Proepstin Friederike von Kirchbach, Evangelische Kirche in
Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz,
Vertreter der OEkumene,
Liebe Anais Goevez, Armenische Kirchen- und Kulturgemeinde Berlin,
Liebe Sibylle Thelen von der Landeszentrale fuer politische Bildung
Baden-Wuerttemberg,
Sehr geehrte Damen und Herren,
– gestatten Sie mir die vertraute Anrede – liebe Schwestern und Brueder,

Heute, 98 Jahre nach den grausamen Vertreibungen und Ermordungen an der
armenischen Bevoelkerung des Osmanischen Reiches, faellt es noch immer
schwer, zu begreifen, wie es zu diesem verheerenden Verbrechen kommen
konnte.
Was hat dazu gefuehrt, dass die jungtuerkische Regierung unter Enver,
Talaat und Cemal Pascha den multi-ethnischen und multi-religioesen
Vielvoelkerstaat des Osmanischen Reichs mit ihrer
nationalistisch-rassistischen Ideologie zerstoeren konnten?
Was hat dazu gefuehrt, dass die armenische Bevoelkerung im Osmanischen
Reich sogar als “?Millet-i Sadıka”`, also als “?treues Volk”` “`
halb anerkennend, halb ueberheblich – bezeichnet, Opfer dieses
schrecklichen Genozids werden konnte?
Es ist unbegreiflich, wie es dazu kommen konnte, gerade wenn wir uns die
Rolle und Stellung des armenischen Volkes in der osmanischen
Gesellschaft vor 1915 vor Augen fuehren.
Viele hier kennen die wunderbare Ausstellung “?Sireli Jeghpajrs –
Lieber Bruder. Armenier in der Tuerkei vor 100 Jahren”` von Osman
Koeker mit Postkarten des Sammlers Orlando Carlo Calumeno, die einen
Eindruck von der Vielfalt der osmanischen Bevoelkerung gibt.
2005, als die Ausstellung erstmals in der Tuerkei gezeigt wurde, haben
sie innerhalb von 11 Tagen ueber 7.000 Besuchern und Besucherinnen erlebt.
Dies zeigt, dass es auch in der tuerkischen Gesellschaft ein Interesse
gibt, etwas ueber die Zeit zu erfahren, die von der tuerkischen
Geschichtsschreibung bis heute ausgeklammert wird. Und es wird deutlich,
dass die armenische Bevoelkerung ein unverzichtbarer Teil des
Osmanischen Reiches war.
Armenier spielten eine wichtige Rolle in der OEkonomie, sei es in der
Seidenindustrie oder Textilproduktion, sie etablierten das moderne
Theater im Osmanischen Reich, sie etablierten die Oper, sie verfassten
die ersten osmanischen Romane. Sie hatten hohe Staats- und
Regierungsaemter inne, und bildeten einen wichtigen Teil des
diplomatischen Dienstes des Osmanischen Reiches.
Istanbul zaehlte 1914 mehr als 900.000 Einwohner, rund 10% davon waren
Armenier. 9 Zeitungen erschienen allein auf Armenisch in Istanbul, im
Vergleich dazu nur 13 auf Tuerkisch.
Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts nach dem Aufkommen des
Nationalismus und der Erfahrung von Zerfall und Vertreibung veraendert
sich die Wahrnehmung der politischen Eliten drastisch.
Beginnend unter Abduelhamid II., 1876 erheben sich die Serben,
Montenegriner und Bulgaren gegen die tuerkische Herrschaft und mit dem
Berliner Vertrag verlieren die Osmanen 1878 weite Teile ihrer
Besitzungen auf dem Balkan. Parallel dazu gab es grosse Verluste in den
suedlichen Gebieten.
Viele Muslime wurden selbst Opfer von Vertreibung und Verfolgung,
waehrend gleichzeitig Autonomiebestrebungen christlicher Minderheiten
niedergeschlagen wurden.
Die Geschichte meiner eigenen Familie kennt alle diese Kapitel der
schmerzhaften und blutigen Entstehung der tuerkischen Republik. Von der
Vertreibung der tscherkessischen Vorfahren meines Vaters, die selbst
Opfer der russischen Okkupation im Kaukasus geworden sind, bis zur
unruehmlichen Rolle der Tscherkessen selber im Voelkermord von 1915, bis
zum Pogrom am 6./7. September 1955 an der griechischen Minderheit in
Istanbul im vergangen Jahrhundert, den meine Mutter hautnah erlebt hat
und noch heute mit Gaensehaut davon erzaehlt, bis zu meiner, meiner
griechischen Urgrossmutter, die konvertierte und den Namen aenderte.
So gibt es auch heute noch viele unerzaehlte armenische Geschichten in
der Tuerkei. Manche Geschichte von Leid, Verlust und Zwangsheirat nehmen
die UEberlebenden mit ins Grab, andere werden den staunenden Enkeln und
Urenkeln erzaehlt, die dadurch erfahren, dass sie selbst armenische
Vorfahren haben.
Komitas, von dessen Musik wir schon einiges gehoert haben, ist ein
solches Beispiel. Der Geistliche und begnadete Musiker und Komponist,
dessen Stuecke wir gehoert haben, ist am 24. April 1915 in Istanbul
oder Konstantinopel mit mehreren Hundert armenischen Intellektuellen
verhaftet und in die Gegend um die Stadt Cankırı deportiert worden.
Fast alle der Verschleppten wurden damals ermordet, lediglich acht
durften nach Anordnung des Innenministers Talaat Pascha zurueckkehren.
Unter ihnen war Komitas.
Der US-Botschafter Henry Morgenthau und der Dichter Mehmet Emin Yurdakul
intervenierten fuer den grossen Kuenstler.
Komitas hat sich nie von dem Schrecken der Deportation und dem Erlebten
erholt. Er starb als gebrochener Mann 1935 in einer psychiatrischen
Klinik in Paris.
Ich wuensche mir, dass eines Tages die Lieder von Komitas in tuerkischen
Musikbuechern stehen und in tuerkischen Schulbuechern behandelt werden,
dass nicht nur armenische Kinder mit den Liedern von Komitas aufwachsen,
sondern alle Kinder, die in der Tuerkei leben, egal welcher Herkunft sie
sind.
1913, nach dem sich die Fuehrer des “?Komitees fuer Einheit und
Fortschritt”` an die Macht geputscht haben, wird die Ideologie der
Jungtuerken noch kompromissloser propagiert, nach dem saemtliche
Territorien bis auf einen kleinen Rest auf dem Balkan verloren gehen.
Sie wollten das zerbrechende Osmanische Reich um jeden Preis erhalten,
alles Streben nach Autonomie war in ihren Augen Verrat. Sie glaubten an
die UEberlegenheit der tuerkischen Nation gegenueber anderen Voelkern
und mit der Entscheidung einen Staat zu schaffen, der rein
tuerkisch-muslimisch ist, besiegelten sie das Schicksal der Minderheiten.
Hunderttausende muslimische Fluechtlinge draengten nach Anatolien und
besonders in die armenischen Gebiete.
Dabei war die Vertreibung und die Enteignung, man koennte auch sagen,
der Diebstahl, ein verbrecherisches Mittel, um neue Existenzgrundlagen
fuer diese Menschen zu schaffen.
Unzaehlige Dokumente und Berichte von Zeitzeugen lassen keinen Zweifel
daran, dass es sich bei den Massakern und Vertreibungen um die
systematische Vernichtung der armenischen Bevoelkerung und uebrigens
auch der Aramaeer im Osmanischen Reich handelte. Weiterhin davon zu
sprechen, dass es nur quasi unwillkommene Begleiterscheinungen bei der
Umsiedlung von Armeniern gewesen seien, ist eine unertraegliche
Verharmlosung und Geschichtsklitterung.
Dies sage ich auch als deutscher Staatsbuerger. Auch wir als Deutsche
muessen ueber die Mitverantwortung und das Mitwissen reden an diesen
Verbrechen. Der Zuericher Historiker Hans-Lukas Kieser spricht nicht
ohne Grund von einer “?qualifizierten Mitverantwortung”`, die wir
Deutsche an diesem Verbrechen haben.
Die bis heute anhaltende ignorante Haltung der offiziellen tuerkischen
Geschichtsschreibune, die Ereignisse anzuerkennen, verhindert auch, dass
ueber das Leid gesprochen wird, das die islamische Bevoelkerung im
zusammenfallenden Reich ertragen hat. Oder war es etwa richtig, dass
zehntausende von osmanischen Soldaten unzureichend ausgeruestet in einem
voellig sinnlosen Krieg in Sarikamis 1914/15 im Kampf gegen die Russen
erfroren sind?
Dabei kann es nicht um Abwaegen von Opferzahlen auf der einen oder
anderen Seite gehen, sondern darum, die Hintergruende der schrecklichen
Ereignisse offenzulegen und so einen Prozess der Aufarbeitung
einzuleiten, der in eine Erinnerungskultur muendet, die notwendig ist,
um die Schrecken der Vergangenheit und menschliches Leid kuenftig zu
verhindern.
Um die heutige tuerkische Gesellschaft zu verstehen, muss man wissen,
durch welche “?Schule”` im wahrsten Sinne des Wortes sie gegangen
sind. Deshalb war Hrant Dink fuer die Nationalisten so gefaehrlich und
wurde schliesslich durch den tiefen Staat in der Tuerkei ermordet.
Wer die tuerkische Schule vollstaendig durchlaufen hat und am Ende nicht
schizophren wurde und nicht glaubte, dass er ueberall von Feinden und
Verrat umstellt ist, der hat im Unterricht entweder schlicht nicht
aufgepasst oder eine sehr starke Persoenlichkeit. Fuer die
tuerkischsprachigen unter Ihnen: “?Tuerk”‘uen Tuerk”‘ten baska
dostu yoktur”`, uebersetzt: “?Ein Tuerke kennt keinen anderen Freund
ausser dem Tuerken”` “` das war quasi die erzieherische Parole.
Gesetze, Parlamentsbeschluesse und Verbote moegen Trost und Genugtuung
sein fuer erlittenes Leid und was mindestens so schlimm ist, seine
Verleugnung. Doch Heilung bringen sie nicht. Die seit knapp 100 Jahren
offenen Wunden koennen nur in der Tuerkei und zwischen Tuerken und
Armeniern geheilt werden.
Lassen Sie mich dazu Joseph Beuys zitieren: “?Eine Wunde, die man
zeigt, kann geheilt werden.”`
Wir sollten der tuerkischen OEffentlichkeit dabei helfen, zu lernen mit
den Wunden umzugehen.
“?Tuerkler Ermenilerin, Ermeniler Tuerklerin doktoru, baska care
yok”`, so sagte es Hrant Dink. “?Die Tuerken sind die AErzte der
Armenier und die Armenier sind die AErzte der Tuerken. Es gibt keinen
anderen Ausweg”`, so seine Worte in deutscher Sprache
Daraus folgt fuer mich gerade zwingend eine Normalisierung der
Beziehungen zwischen den beiden Nachbarn Armenien und Tuerkei. Auch dazu
ein Zitat von Hrant:
“?EÄ?er Tuerkiye demokratiklesmezse, Ermenistan hicbir zaman guevende
olmaz. Tuerkiye”‘nin, boÄ?ulmanın esiÄ?inde olan bu genc devlet icin
bir sans olabileceÄ?ine inanıyorum. Bu uetopya gibi goeruelebilir ama
Ermenistan yarin, Tuerkiye sayesinde, AB”‘ne ait bir komsuya sahip olma
sansına kavusacak.”` In deutscher Sprache: “?Wenn sich die Tuerkei
nicht demokratisiert, wird es niemals Sicherheit fuer Armenien geben.
Ich glaube daran, dass die Tuerkei eine Chance fuer dieses am Ertrinken
befindliche junge Land ist. Dies mag als Utopie erscheinen, aber
Armenien hat die Chance, morgen dank der Tuerkei einen Nachbarn zu
bekommen, der zur Europaeischen Union gehoert.”`
Darum muessten eigentlich Armenien und meine armenischen Freunde sich in
besonderer Weise fuer eine europaeische Tuerkei einsetzen mit einer
Perspektive der Mitgliedschaft. Nur so wird dieses Land sich weiter
oeffnen und modernisieren und “` und auch das fuege ich ausdruecklich
hinzu “` sich seiner Vergangenheit ohne jede Einschraenkung stellen.
Es ist gut, dass sich immer mehr Menschen in der Tuerkei fuer die
dunklen Flecken der Vergangenheit in der offiziellen
Geschichtsschreibung interessieren und kritische Fragen stellen: So
juengst etwa die Debatte um die blutige Niederschlagung des Aufstandes
von Dersim 1937/38.
Mein Dank und meine Anerkennung gilt all den mutigen Aktivisten in der
Zivilgesellschaft der Tuerkei, darunter auch mehr als 20
Intellektuellen, die 2008 in einem Aufruf im Internet die armenischen
Brueder und Schwestern um Vergebung gebeten haben.
Der aktuelle Gerichtsprozess in der Tuerkei zum tiefen Staat mit all
seinen Fehlern und Widerspruechen ist sicher ein Mut machendes Zeichen,
weil erstmals Moerder von christlichen Priestern, Putschisten, Gegner
der Demokratie und Menschenrechte, die bislang quasi ueber dem Gesetz
standen und immun waren, endlich vor Gericht gestellt werden und
Rechenschaft abgeben muessen fuer ihre Menschenrechtsverletzungen.
Die kuerzlich wiedereroeffnete griechisch-orthodoxe Grundschule auf der
Insel Goekceada ist eine laengst ueberfaellige Geste, auch wenn es kaum
noch Schueler gibt, die davon profitieren koennen.
Es ist laengste Zeit, dass auch das Priesterseminar auf Chalki bzw.
Heybeliada des orthodoxen oekumenischen Patriarchats wiedereroeffnet wird.
Die quasi Enteignung von Laendereien des syrisch-orthodoxen Klosters Mor
Gabriel durch die tuerkischen Gerichte muss beendet werden. Die Tuerkei
sollte sich ueber jeden einzelnen Assyrer freuen, der nach all dem Leid
und Schmerz in der Tuerkei leben moechte und die Sprache Jesu Christi,
das Aramaeische, auf historischem Boden am Leben erhaelt.
Es gibt Hoffnung: Hoffnung, weil ein Tabu gerade faellt in der Tuerkei.
Mit der Einberufung des “?Rats der Weisen”` und den Gespraechen mit
dem groessten Staatsfeind wird der Friedensprozess mit der PKK
vorangetrieben. Sollte es gelingen, was wahrscheinlich jeder hier hofft
und unterstuetzt, dass die Kurdenfrage in der Tuerkei endlich
demokratisch geloest wird, sollte es endlich eine neue demokratische
Verfassung in der Tuerkei geben, die die Vielfalt des Landes anerkennt,
die auch Aleviten, Christen, Atheisten, Lazen, Tscherkessen ihre Rechte
nicht mehr vorenthaelt “` dann darf auch der Anerkennung des Leids von
Griechen, von Juden, von Assyrern und Armeniern nichts mehr im Wege stehen.
Warum sollte jemand, der den Mut hat, sich mit den Kurden zu versoehnen
und Dersim als das zu bezeichnen, das es war, naemlich ein Verbrechen an
der eigenen Bevoelkerung, nicht auch den Mut haben, rechtzeitig vor dem
Jahre 2015 Schritte auf die Armenier in der Tuerkei und auf Armenien
zuzugehen. Ich bin mir sicher, eine solche Tuerkei, die sich dem
Schandfleck der jungtuerkischen Barbarei stellt und endlich ohne jedes
Wenn und Aber anerkennt, dass ein Voelkermord geschehen ist, eine solche
Tuerkei waere eine staerkere Tuerkei, eine einigere Tuerkei und vor
allem eine europaeische Tuerkei. Der erste offizielle Grenzuebergang
zwischen der Tuerkei und Armenien sollte nach Hrant Dink benannt werden.
Genauso wie kuenftig Schulen, Universitaeten, ja sogar Kasernen nicht
mehr nach mehr oder weniger grossen Kriegern benannt werden sollten,
sondern nach denen, die sich fuer ein friedliches und gleichberechtigtes
Zusammenleben der Menschen in Anatolien eingesetzt und die dafuer oft
genug einen hohen Preis bezahlt haben.
UEbrigens, eine OEffnung der Grenze zwischen der Tuerkei und Armenien
waere auch im Interesse Aserbaidschans. Alle wuerden davon profitieren,
wie ich glaube.
Wie waere es als einen ersten Schritt, diejenigen wenigstens im
Nachhinein zu ehren, die sich damals den Befehlen des “?Komitees fuer
Einheit und Fortschritt”` in den Weg gestellt haben, ihre armenischen
Nachbarn dem Tod auszuliefern und zu berauben. Die sich geweigert haben,
gegen die Gebote des Islam oder einfach nur der Menschlichkeit und des
Anstandes zu handeln. In meinen Augen sind diese die wahren Helden der
Tuerkei, sie sollten in den Schulbuechern geehrt und der jungen
Generation zum Vorbild gereichen.
Meine Damen, meine Herren. Ich verneige mich in tiefer Trauer vor den
Opfern und ihren Angehoerigen und Nachfahren und hoffe, dass ihr Leid
dazu fuehrt, dass kuenftige Generationen ohne Hass und im Geiste der
Freundschaft und Liebe der Menschen zueinander aufwachsen.
Herzlichen Dank!

(1) Rede gehalten bei der Gedenkveranstaltung 98. Jahrestag des
Voelkermordes an den Armeniern am 24.04.2013 in der St. Marienkirche,
Berlin, eine Veranstaltung der Armenischen Kirchen- und Kulturgemeinde e.V.

2. “ICH VERTRETE DIE VIELFALT ANATOLIENS””`

“?Ich vertrete die Vielfalt Anatoliens”`
Songul Kaya-Karadag im Gespraech mit “?Mr. Avantgarde Folk”` Arto
Tuncboyaciyan

Der 2006 mit dem World Music Award und 2011 mit dem Grammy
ausgezeichnete experimentelle Musiker, Percussionist, Komponist und
Vokalist, Mr. Avantgarde Folk Arto Tuncboyaciyan war im Rahmen des
Projekts “?Klanglandschaft Tuerkei”` vom Theater an der Ruhr
eingeladen worden.

Wir trafen uns am 22. Maerz vor seinem Konzert in der Stadthalle
Muelheim (Ruhr). Kaum hatte ich mich vorgestellt, sagte er mit der ihm
eigenen natuerlichen Art “?Fragen Sie was Sie wollen, ich bin bereit,
denn ich habe keinen Hass in mir”`. Der Taxifahrer, der ihn zum
Konzertsaal gebracht hatte, war ein Tuerke. Als die Rede auf Tuerken und
Muslime kam, verteidigte er den Dschihad, der “?fuer den Allah
toeten”` bedeutet. Daraufhin fragte Arto ihn: “?Wenn ein Kind dir
sagt, dass er an Mohammed nicht glaubt, wuerdest du ihn toeten?”` Als
der Taxifahrer das bejahte, antwortete er “?Bist du verrueckt?”` Nach
diesem Anfang sprach Arto, noch bevor ich ihn danach fragte, von seiner
Weltsicht, oder wie er sagte, von seiner Philosophie.

Arto Tuncboyaciyan: Wenn du das sagst, dann ist alles zu Ende. Was
sollst du ihm entgegnen? Er besteht darauf, dass seine Sicht die
richtige sei. Warum? Denn er hat kein Selbstvertrauen. Er kann sich
nicht oeffnen. Er kommt nicht darauf, dass auch andere Recht haben
koennten. Wer kein Selbstvertrauen hat, hat Angst sich zu oeffnen. Wie
sind die Menschen zum Beispiel hier in Deutschland? Sie sagen, sie
wuerden einiges verlieren. Dabei geht nichts verloren, ganz im
Gegenteil: es kommt einiges hinzu. Andere Kulturen, Nationen,
Religionen. Somit wird Deutschland reicher. Das Gute daran ist, dass du
dann siehst, wo du stehst. Der Mensch versteht sich nur dann, wenn er
ausserhalb seines Systems steht. Er begreift, wie er gesehen wird. Man
spricht von Demokratie. Was ist aber Demokratie? Der erste Schritt
lautet: Akzeptiere ihn, selbst wenn du ihn nicht magst. Was heisst das?
Angenommen, jemand hat eine andere Ansicht. Du musst es ertragen. Wenn
du aber darauf bestehst, sagst, dass einzig, deine Meinung richtig ist
und hierfuer Gewalt anwendest, da hoert die Demokratie auf.

Songul Kaya-Karadag: Denken Sie auch an diese Dinge, wenn Sie Musik machen?

Natuerlich, denn das ist meine Philosophie. Liebe, Achtung,
Wahrhaftigkeit. Ohne diese drei geht”`s nicht. Gibt es nicht Stimmen,
die ich nicht mag? Klar gibt es sie. Ich baue sie in meine Musik ein.
Denn sie sind Teil des Lebens, auch wenn ich sie nicht mag.

In Ihrer Musik spuert man eine Tiefe. Sie koennen gleichzeitig jeden
ansprechen. Was mir auffaellt ist, dass diese Tiefe auch eine Vielfalt
enthaelt. Jeder kann darin etwas von sich finden. Wie kommt das?

Du sprichst von Tiefe. Ihre Grundlage ist der Mensch. Jeder Mensch hat
eigentlich eine Tiefe. Aber das merkt man nur dann, wenn er sich
oeffnet. Eigentlich kennen wir uns. Und um zu verstehen, muss man
kennen. Um zu erkennen, muss man sich oeffnen. Du kannst dich aber nur
dann oeffnen, wenn du Selbstvertrauen hast. Dann brauchst du auch keine
Angst zu haben. Du zeigst dich so wie du bist und der andere akzeptierte
ich wie du bist. Er respektiert dich, vielleicht mag er dich sogar. Du
sprachst von Vielfalt. Ich vertrete die Vielfalt Anatoliens. Dort haben
unterschiedliche Kulturen existiert. Sie alle – die Kulturen, Sprachen,
Musiken “` hatten sich gegenseitig beeinflusst. Ich kann dir zum
Beispiel einige Doerfer zeigen, dort haben sie mit armenischen
Buchstaben Tuerkisch geschrieben. Was du Vielfalt nennst, gibt es also
bereits dort. Ich spreche von der Philosophie der anatolischen Erde.
Wenn du sie verlaesst, verleugnest du dich selbst.

Im Rahmen des Projekts “?Klanglandschaft Tuerkei”` vertreten Sie aber
die Tuerkei.

Haben sie das so geschrieben? Nein, ich repraesentiere nicht die
Tuerkei. Warum sollte ich das tun? Was bedeutet, die Tuerkei zu
repraesentieren? Jemand sagt seine Meinung, dem anderen gefaellt es
nicht. Wenn er Macht hat, wird er gewalttaetig, versucht die Meinung des
anderen zu aendern. Wenn das nicht klappt, greift er zur Waffe. Das ist
die Tuerkei. Wie kann ich so etwas repraesentieren? Wenn du aber von
Anatolien sprichst, dann bin ich dabei. Die Philosophie einer bestimmten
Erde ist die eine Sache, der Name eines Staates eine andere. Anatolien
hat man vor 2000 Jahren irgendwie genannt, vielleicht wird es in 3000
Jahren einen ganz anderen Namen haben. Das interessiert mich nicht. Das
ist vergaenglich.

Auch in Ihrer Musik ist eine Vielfalt zu beobachten. Einerseits machen
Sie Jazz, andererseits singen sie authentische armenische Volkslieder.
Auch benutzen Sie vielfaeltige Musikinstrumente. Die armenische Duduk
und der Saxophon sind gleichzeitig auf der Buehne, irgendwie passen sie
zusammen. Darueber hinaus gibt es auch Improvisationen. Wenn Sie
improvisieren, muss ich an die Tradition der Asiks (Volksbarde) denken.
Im armenischen nennt man das doch Kusan (Gusan), nicht wahr?

Beide druecken dasselbe aus. Im Kurdischen nennt man das vermutlich
Gorani. Sie alle haben im selben geographischen Raum gelebt. Sie alle
haben diese Tradition. Deswegen gehe ich nicht vom Armeniertum aus. Denn
der Mensch ist meine Grundlage. Wenn du mich aber nach der “?Wuerze”`
fragst, dann stimmt es, ich bin Armenier. Die Natur ist meine Religion.
Gestern zum Beispiel war es fuer mich Silvester. Warum? Denn es war der
21. Maerz, der Fruehlingsbeginn. Es ist normal, dass man an die Sonne
glaubt. Die Sonne ist fuer alle Menschen auf der Erde da. Niemand kann
sie fuer sich alleine beanspruchen.

Sie sprechen drei Sprachen. Soweit mir bekannt, benutzen Sie alle drei
sowohl auf der Buehne als auch in ihrem Alltag.

Aber bei keinem der Dreien bin ich wirklich gut. Ich kann meine Gedanken
mit ihnen ausdruecken, mehr aber nicht.

In welcher Sprache traeumen Sie?

Meine Traeume sind stumm (er lacht). Jetzt, wo du mich fragst, faellt es
mir wieder ein. In allen Dreien also Englisch, Tuerkisch, Armenisch.

Lesen Sie Buecher?

Sprichst du von Buechern? Ich lese auf eine andere Art. Ich lerne von
den Menschen. Unsere Unterhaltung ist fuer mich wie eine Universitaet.
Mein Vater konnte ueberhaupt nicht lesen und schreiben. Aber er war sehr
praktisch veranlagt. Er konnte Dinge sehr gut memorieren. Alles, was er
gesehen oder gehoert hatte, praegte er sich ein. Um etwas zu lernen,
muss man nicht unbedingt ein Buch lesen. Gewoehnlich wird ein Buch von
einer einzelnen Person geschrieben. Dieser kann sich auch irren oder
einfach Luegen erzaehlen. Es ist wichtiger, mit Menschen zu sprechen,
sie zu verstehen, sie kennen zu lernen.

Hat Ihr Vater den Voelkermord erlebt?

Ja, deswegen konnte er nicht die Schule besuchen. Er wusste nicht
einmal, wie alt er damals war.

Ihr Vater stammt aus Sivas, spaeter ist er nach Istanbul gezogen. Sie
selbst haben sich in den USA niedergelassen. Sie leben dort. Nicht nur
sie, sondern viele andere Armenier leben ausserhalb der Tuerkei. Wir
sprechen von einer armenischen Diaspora. Sehnt man sich nach Anatolien?
Waren Sie persoenlich jemals in Sivas?

Natuerlich sehnt man sich danach. Aber warum soll ich nach Sivas fahren?
(1) Damit sie auch mich verbrennen? Und schreib das Folgende genauso
wie ich dir das sage: “?Ich wurde nicht in Sivas geboren, Sivas wurde
mit mir geboren. Ich habe in Sivas keine Menschen verbrannt, die
Menschen haben Sivas niedergebrannt.”` Ich brauche nicht dorthin
fahren. Ich bin Sivas, ich bin Anatolien, ich bin Armenien, ich bin die
Welt. Ich sagte dir noch etwas anderes: “?Ich besitze einen Berg, aber
ich darf mein Gras nicht benutzen. Ich bin hin zu anderen Bergen und
suche dort mein Gras. Dann sah ich, dass ich selbst der Berg bin.”` Im
Gebirge von Erzincan hat man meine Grossmutter abgeschlachtet, spaeter
musste ich dort meinen Militaerdienst ableisten. Wir reden von solchen
Widerspruechen…

Waren Sie jemals wuetend?

Auf wen soll ich wuetend sein? Gott sei Dank haben meine Eltern uns
vernuenftig erzogen. Wir haben bei uns zuhause das Wort Feind nie
gehoert. Bei den Tuerken hoerst du doch die bekannten Dinge “?Ein
Tuerke ist so viel Wert wie die ganze Welt”`, “?der Tuerke hat keinen
anderen Freund als den Tuerken”`, “?da und dort haben wir diesen oder
jenen ins Meer geworfen”`, “?wenn es den Tuerken nicht gebe, den
haetten wir dieses und jenes nicht”`. Bei uns zuhause sprachen wir
ueber das, was wir gerade taten. Wenn zum Beispiel jemand sass, redeten
wir darueber, wie man den Tisch zimmert. Wie spielt man Geige? Wie macht
man das Kohlenbecken an? Solche Dinge eben. Wenn man sich mit Handwerk
oder Kunst beschaeftigt, denkt man anders. Mein Vater war Schuster.
Manchmal stand er zu naechtlicher Stunde auf, zog sich an und ging in
die Werkstatt. Er habe eine neue Idee fuer einen Schuh, sagte er.

Hatten Sie in der Tuerkei Probleme wegen ihrer armenischen Abstammung?

Natuerlich. Als ich beim Militaer war, wollten sie gewaltsam meinen
Namen aendern. Ich konnte nur fuenf Jahre die Schule besuchen. Das war
eine armenische Schule. Wir hatten einen tuerkischen Direktor. Eine
richtige Katastrophe. In armenischen Schulen ist armenische Geschichte
verboten, du musst tuerkische Geschichte lernen. Der Kerl brachte uns
bei, wie schlimm wir sind, dass wir Feinde sind. Dann mussten wir
morgens “?ich bin Tuerke, ich bin ehrlich, ich bin fleissig”`
aufsagen. Was kann man dort lernen? Dann musste ich zum Militaer.
Bereits am ersten Tag wurde ich mit Pruegel empfangen. Warum? Du bist
Armenier. Wieder beim Militaer schob einer mir eine Pistole in den Mund.
Was sollte ich machen?

Was haben Sie gemacht?

Was haette ich tun koennen? Sollte ich die Waffe nehmen und sie in
seinen Mund schieben? Ich habe nichts gemacht. Denn ich bin ein normaler
Mensch. Ich streite nicht. Selbst wenn man die Waffe mir in den Mund
schiebt, weiche ich nicht von dem ab, was ich fuer richtig halte.

Haben Sie immer so gedacht?

Wenn ich nicht so gedacht haette, waere ich jetzt nicht am Leben.
War Ihre armenische Abstammung der Grund dafuer?
Ich habe meinen Militaerdienst in den Jahren 1977-1979 in Erzincan
abgeleistet. Man hat mir gewaltsam die Uniform angezogen. Ich habe
nichts gegen Soldaten oder Uniformen. Ich bin nur wuetend auf jene, die
fuer ihre privaten Interessen diese Uniform besudeln. Ich hab mit meinen
eigenen Augen gesehen, wie sie Doerfer ueberfallen und spaeter erzaehlt
haben, die Kurden haetten die Menschen umgebracht. Eigentlich braeuchten
wir weder Militaer noch Polizei. Wir sind alle Menschen. Sind wir etwa
Schafe, die man antreiben soll.

Sie kritisieren ein bestimmtes Staatsverstaendnis, eine bestimmte
Ideologie und Institutionen. Aber Sie haben nach meinem Kenntnisstand
keine alternative Ideologie.

Natuerlich habe ich eine. Wie ein friedfertiger Mensch leben. Eine
bessere gibt es nicht. Wenn nachdenkt, findet heraus, was richtig und
was falsch ist. Wer nicht nachdenkt, wird zum Schaf. Der Mensch ist
meine Grundlage. Ich lerne nicht fuer mich alleine, sondern fuer alle.
Wenn du zum Beispiel in einer Klasse unterrichtest, kannst du nicht nur
einigen wenigen Kindern etwas beibringen. Du lernst fuer alle und du
bringst allen etwas bei. Das gilt auch fuer mich. Wenn du ueber
Kinderrechte sprichst, musst du an alle Kinder denken, nicht nur an jene
die in deinem Land leben. Wenn du fuer sie Lieder komponieren willst, so
musst du fuer sie alle komponieren. Wenn du heute von einem kurdischen
Kind sprichst, dabei aber das Kind in Angola nicht im Blick hast, so ist
dieser enttaeuscht. Du musst die gesamte Welt im Blick haben. Deswegen
habe ich mich von meinem Koerper losgeloest. Es ist nicht so wichtig,
woher man kommt, welche Wurzeln man hat, man muss den Menschen
schaetzen, weil er eben ein Mensch ist.

Waehrend Sie das so sagen, faellt mir Yunus Emre ein. Auch er spricht im
13. Jahrhundert von Menschenliebe. Die Tiefe des Menschen umreisst
er so: “?Es gibt ein Ich bei mir in mir.”` Sie sagen “?Ich habe
meinen Koerper fuer alle Menschen verlassen.”` Waehrend die Menschen
Anatoliens sich der mongolischen Angriffe erwehrten, rief Yunus Emre in
seinen Gedichten zum Frieden auf. Sind Sie wie Yunus Emre ein
bedingungsloser Humanist?

Natuerlich bin ich ein Humanist, denn ich bin ein Mensch. Warum gibt es
heute nicht Menschen wie Yunus Emre? Dabei brauchen wir gerade solche
Menschen.

Dann gongt es, das Konzert faengt jeden Augenblick an. Arto entschuldigt
sich, ich finde nicht einmal die Zeit fuer ein Dankeschoen. Auf der
Buehne spricht er einleitende Worte auf Englisch. Einige aus der ersten
Reihe verlangen, er moege Tuerkisch sprechen. Er hingegen sagt, dass er
alle Anwesenden ansprechen moechte, nicht nur jene, die Tuerkisch
koennen. Die junge Frau neben mir singt mit ihrem deutschen Freund die
Lieder mit. Der Reporter des WDR 3 in der ersten Reihe klatscht im
Rhythmus, waehrend Arto das Lied “?Bsdig Sinvor”` (“?Kleiner
Soldat”`) singt. Ich spuere, dass er das Lied versteht, obwohl er kein
Wort Armenisch kann. Dann eine Tiefe, darin eine Vielfalt. Darin die
Duefte, die sich vermischen. Oder wie Arto das zu sagen pflegt, die
Gewuerze. Von New York nach Jerewan, von dort nach Sıvas, Istanbul und
schliesslich Muelheim. Waehrend die Zuhoerer die Duefte dieser Gewuerze
einsaugen, tauchen sie in ihre eigenen Tiefen ein.

Zur Person: Songul Kaya-Karadag, Jg. 1972, wurde in Gaziantep geboren.
Studierte tuerkische Sprache und Literatur in Malatya. Wegen angeblicher
politischer Betaetigung wurde sie schon als Schuelerin wiederholt
verfolgt und zuletzt zu einer Haftstrafe verurteilt, der sie sich durch
Flucht entzog. Seit 1996 in Deutschland, wo ihrem Asylantrag
stattgegeben wurde. Sie schreibt fuer die Zeitung Evrensel. 2009
absolvierte sie ihr Studium der Geschichte und Turkistik an der
Universitaet Duisburg-Essen. Seit 2010 Koordinatorin an der AWO Koeln
und zusaetzlich wissenschaftliche Mitarbeiterin am Projekt
“?Muelheim 2020″`.

Aus dem Tuerkischen von RAFFI KANTIAN

(1) Im Sommer 1993 wurden in einem Hotel von Sivas 37 Menschen,
mehrheitlich Aleviten, Opfer eines Brandanschlags (d. Red.).

http://www.deutscharmenischegesellschaft.de/
http://www.deutscharmenischegesellschaft.de/?page_id=3827
https://www.facebook.com/deutscharmenischegesellschaft
http://www.deutscharmenischegesellschaft.de/wp-content/uploads/2013/06/ADK159-Zum-Gedenken-der-Opfer-des-V%C3%B6lkermordes-an-den-Armeniern-1915.pdf
http://www.deutscharmenischegesellschaft.de/wp-content/uploads/2013/06/ADK159-Ich-vertrete-die-Vielfalt-Anatoliens.pdf

Vahe Avetyan civil movement sets up memorial stone in front of Harsn

Vahe Avetyan civil movement sets up memorial stone in front of
Harsnaqar restaurant

20:36 – 29.06.13

Members of the Vahe Avetyan civil movement have set up a memorial
stone in front of the Harsnaqar restaurant.

The inscription on the stone reads: `A stone commemorating officer of
the Armenian army, military doctor Vahe Avetyan will be set up here.’

Vice-Chief of the Yerevan Police Department Valeri Osipyan tried to
prevent the action, but failed.

Today, June 29, is the first anniversary of Vahe Avetyasn’s death.

The Vahe Avetyan civil movement members, public figures and
Preparliament representatives gathered in front of the Harsnaqar
restaurant.

Armenia’s ex-ombudsman Larisa Alaverdyan made a speech, addressing
General Valeri Osipyan.

`What is going on in court everyday is a slap on our face if we fail
to make this trial a punishment for the criminal elite, which enjoys
impunity. In this case we must not have a sleep of the just. I am
calling on everyone to join us. This is not an ordinary murder.
Rather, this is a murder aimed at the Armenian army.’

The movement members planned a candlelight ceremony in front of the
Harsnaqar restaurant and a march toward the house of President of the
Football Federation of Armenia Ruben Hairapetyan, owner of the
Harsnaqar restaurant.

http://www.tert.am/en/news/2013/06/29/harsnaqar/

Sargsyan convenes meeting to discuss effective budget management

Armenian President convenes meeting to discuss effective budget management

June 29, 2013 | 17:59

YEREVAN. – President Serzh Sargsyan on Saturday convened a meeting to
discuss effective budget management, enhancing control over state
programs and reducing corruption risks.

Prime Minister Tigran Sargsyan, Deputy Premier Armen Gevorgyan,
members of Cabinet, Secretary of National Security Council Arthur
Baghdasaryan, head of Control Chamber Ishkhan Zakaryan, Prosecutor
General Aghvan Hovsepyan, Police Chief Vladimir Gasparyan and other
officials were present.

News from Armenia – NEWS.am

Let us follow the example of the Jews

Let us follow the example of the Jews

(
2013/06/29/155124/)

A member of the Yerevan City Council called upon to create a
biological safety foundation `In the Soviet years, there were over 150
thousand births in Armenia. Today, 30-35 thousand births a year is
considered a high birth rate. Not to speak about that, in this
situation, the emigration has reached an alarming temps. We now also
have health problems: men’s sterility reaches approximately 45%. These
are serious and disturbing indicators that should not be looked
through fingers. These figures require serious analysis and
conclusions.’,- expressed her concern the PAP party members in the
Yerevan City Council Armine Gyulazyan in the conversation with
Aravot. The council member having the specialty of physician
emphasizes the importance of the new policy on restoration of national
gene pool and reproduction.

Armine Gyulazyan, personally, has her own perceptions in the
resolution of this problem. `We need to create a biological safety
foundation. Every newborn should have its share in this fund. Such a
fund is a necessary condition for the promotion of our gene pool
reproduction.’ The funding sources of the Foundation, according to our
interlocutor, can be regular church donations, including two
Patriarchal chairs, Etchmiadzin and Antelias. The Armenian
humanitarian capital, annual Diaspora contributions should also have
their participation. For example, our dual citizen compatriots,
according to Mrs. Armine, can contribute one dollar in the form of
membership fee per month to the Foundation, as the Jews do. She
believes that annual marathons should be organized for the Foundation,
as an example of `Hayastan’ All-Armenian Fund.

`Our gene pool safety, today, requires a new urban policy,’- believes
our interlocutor. According to her, it is necessary to preserve and
not to distort Tamanyan architecture in the future solutions of urban
development and architecture. `How beautiful are today’s modern and
high-rise buildings next to Tamanyan buildings from the viewpoint of
harmony? Also, such constructions do not comply with our ground, as
5-7 storey buildings are designed by Tamanyan designs, especially for
the central parts of Yerevan.’,-says the council member. In her
opinion, the safety of our gene pool needs to a day early pass to a
mass and affordable house building from elite house building. `Let it
not sound thunderous, but today it is necessity of our vital national
preservation. Here, it assumes the participation of the municipality,
and charitable contributions, as well as of beneficiaries, the
population.’ According to a member of the council, the residents will
be happy to invest even their scarce

resources for the sake of their family’s future security. And the
urban and the political authority should taken the chance and use this
circumstance to bring the programs to reality, for which the voter’s
vote has requested. Also, it is necessary to direct the resources
correctly and targeted that are invested in the urban economy for
charitable purposes.

In addition, our interlocutor considers the development and
application of a new concept of health care primary, which will
include protection of labor rights for medical personnel, salary
increase for medical personnel and increase of general living
standards, and provision of medical services free or at least 50%
discount for the medical staff. She also emphasizes the importance of
food safety issues. She has noticed that there is no laboratory in
Armenia that would be able to conducting check-ups in compliance with
modern standards. In the general context, our interlocutor is also
concerned about the issues of landscaping of the city, solid waste
management, and supports the existence of solid waste processing
plant, which will be of mutual benefit, ecological problems will be
resolved, and the fertilizer received in the result of the plant
functioning will be used for agricultural purposes.

Nelly GRIGORYAN

http://en.aravot.am/

Turks Demand Democratic Rights – and Justice

Turks Demand Democratic Rights – and Justice

INTERNATIONAL NEWS, TURKEY | JUNE 25, 2013 4:02 PM
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Activist Targeted by Turkish Authorities Again

By Muriel Mirak-Weissbach

Special to the Mirror-Spectator

COLOGNE, Germany – What is really happening in Turkey? And where is it
going to lead? What began as a protest against government plans for
Gezi Park in Istanbul’s Taksim Square has swelled into a mass movement
throughout the country and those thousands of citizens engaging in
civil disobedience are giving no signs of capitulation. Not only:
solidarity actions are unfolding in other countries especially in
Germany, which hosts a very large Turkish community. Here, a new
judicial scandal against a leading German-Turkish intellectual, which
broke out just prior to the Gezi protests, is intersecting the ferment
and fuelling the wave of solidarity with those fighting for democracy
and free speech in Turkey.

The victim of the new judicial scandal is Turkish-born Dogan Akhanli,
a well-known writer and human rights activist based in Cologne,
Germany. The author of several novels, articles and a recent play, he
has dealt in depth with the issue of the Armenian Genocide and, as a
civil society activist, has participated in seminars and conferences
aimed at educating broader layers of the population about this and
related historical issues. Not only in Germany but also in Turkey, he
has engaged personally in activities of the growing civil society
movement among intellectuals, presenting his literary works in public
and writing in the Turkish press. His is a prominent figure, highly
respected for his courage to speak out even in the face of harassment
and repression.

Now, perhaps in reaction to this enhanced stature, the Turkish
judicial authorities have unleashed a new witch-hunt against him. In
April, an Appeals Court in Ankara published its decision to re-open a
case and even to seek a life sentence against him. The facts are the
following: Akhanli, who was a leftist in the 1980s, had been arrested
and jailed and tortured under the military regime at the time
(1985-87). In 1991, he managed to flee to Germany, where he received
political asylum and later citizenship. Years later, in August 2010,
he flew to Istanbul (regardless of the possible political danger),
because he wanted to visit his father who was very old and ill.
Arrested at the airport, he was thrown into jail, and remained there
for several months. (He was not allowed to visit his father, nor to
attend his funeral.)

Serious charges were leveled against him. He was accused of having
taken part in an armed robbery at a currency exchange booth back in
1989, during which one person was killed. In the court proceedings,
his lawyers Haydar Erol (Istanbul) and Ilias Uyar (Cologne) rejected
all accusations, arguing that the key witnesses against the defendant
had provided testimony under torture. Other witnesses, sons of the
murder victim, initially thought they could identify Akhanli, but then
retracted their statements. The accused was nonetheless thrown into
prison. Finally, in December 2010, he was released and expelled from
Turkey, and told he would not be allowed to enter the country again.

Associates and friends mobilized to defend him from what was obviously
a politically-motivated campaign to silence him. Press coverage of his
case appeared in Germany, the US and elsewhere. (Armenian
Mirror-Spectator, September 11, 2010). A delegation of renowned human
rights activists traveled to Istanbul for his trial, which took place
in early December 2011. Under the combined pressure of international
censure and the utter lack of any credible evidence against him,
Akhanli (in absentia, because he was not allowed to enter the country)
was acquitted on December 10. Since the Appeals Court did not take any
steps to reverse the ruling, it held.

It held – that is, until April of this year. Out of the blue, the
Turkish Appeals Court announced in a rush procedure, against the vote
of the State Attorney, that the case against him had to be reopened.
The court stated that it would seek a life sentence in the new trial.
How? Why? On what grounds? Akhanli told the German press: `My defense
lawyer at the time proved my innocence, the State Attorney did not
prove my guilt. How do they now want to prove that I was the criminal?
There is no new evidence.’

The court argued as follows: the fact that all the witnesses back in
December 2010 pleaded for his innocence, and that they accused the
authorities of manipulation and torture, was irrelevant. The only
material of relevance, argued the Appeals Court, were the original
police protocols from 1989 to 1992 and witness testimony submitted at
that time – that is, testimony submitted under torture. Furthermore,
they claimed that an organization in which Akhanli allegedly belonged
posed a threat to Turkey – even though the organization ceased to
exist in 1993.

The news struck like a thunderbolt. In Germany, the Frankfurter
Allgemeine Zeitung – the newspaper of record, comparable to the New
York Times – published an article by Karen Krueger, who follows
developments in Turkey, titled, `He Who Is Supposed To be a Criminal
Will Be Made Into a Criminal.’ She commented that `it looks as though
the Turkish judicial authorities have nothing better to do than to
re-open cases that have long since been closed.’ She referred to the
case of Pinar Selek, a Turkish human rights activist living in France,
who after having been acquitted several times on trumped-up charges,
was recently convicted in absentia and sentenced to life. She is now
consigned to a permanent exile abroad. The same fate awaits Akhanli.

Why should the Turkish authorities indeed spend their time and efforts
on such cases? Journalist Krueger suggest that the reason why the
authorities want to push ahead regardless of the irrationality of
their effort has to do with the growing impact of Akhanli’s work. She
reports on his recent activities in Turkey, including an article in a
well-known magazine, Birikim, in which he wrote about the significance
of the Hardenbergstrasse in Berlin, a street in the capital that has
been the site of historic events, among them the assassination of
Talaat Pasha in 1921. `Perhaps,’ Akhanli is quoted saying, `this
report angered some people in Turkey.’ The writer’s associates have
also stated that the appeals judges want to suffocate the fruitful
exchange between the writer and his homeland, an intellectual exchange
which is vital for him as well as for Turkey.

The new trial should get underway in Istanbul on July 31. The accused
will not be there, for obvious reasons. But there will be a large
delegation made up of well-known personalities from Europe. In
preparation, they are organizing events, for example in Cologne on
July 5, to inform the public of the case and organize further support.
Describing the action as `vendetta justice,’ the organizers stress the
fact that thousands of journalists, political figures, artists,
intellectuals Kurds and others, are sitting in Turkish jails today,
and that they see the solidarity movement for Akhanli as a
manifestation of support also for them.

One might add, it is also a manifestation of support for the expanding
civil disobedience campaign in Turkey. The Akhanli case, intersecting
the Taksim ferment, indeed has the potential to inject new energy into
it and to generate further solidarity from abroad for their efforts.
Although the demonstrators in Istanbul have other slogans, they are in
fact denouncing the same arrogance of power and arbitrary `justice’ of
the AKP Party-led government that has asserted itself in the
witch-hunt against Akhanli and other dissidents.

Akhanli was one of numerous Turkish personalities in Germany asked by
the Frankfurter Allgemeine Zeitung, in a Sunday feature on June 9 to
comment on the events there. The feature, titled, `What does Turkey
have to do with us?’ sought to identify the relevance of the new
social phenomenon in Turkey to Germans – whether of Turkish extraction
or not.

Akhanli answered: `There have been numerous protests by organized
forces in Turkish history. This time, a couple of ecologists and
leftist activists started a modest action. Due to the brutality of the
security forces and the arrogance of the government, it turned into a
mass rebellion. My utopia,’ he went on, `is that people develop a
capacity for tolerance and respect. The AKP government which dared to
sit down at a table with Kurds has forgotten that Turkey is a secular
country … and that women in particular fear religiously-motivated
laws.’

He said he hoped that Turkey would become rational and predictable.
`The demonstrators are an important corrective force for a policy
which has become arrogant. Those who hold power have not yet
understood that democracy and a state of law are there for everyone.’
He concluded by expressing his excitement about the demonstrations
here in Germany, which, like those in Turkey, are multi-ethnic but at
the same time, with a majority of German participants.

– See more at:

http://www.mirrorspectator.com/2013/06/25/turks-demand-democratic-rights-and-justice/#sthash.7t3RxwDl.dpuf

`Nature Product International’ against `Sia Pharm’ case is again in

`Nature Product International’ against `Sia Pharm’ case is again in court

Sat, 06/29/2013 – 20:33

The hearing of the case of `Nature Product International’ company
against `Sia Pharm’ LLC took place at Kentron and Nork-Marash Court of
First Instance, presided by Gayane Karakhanyan. The plaintiff demanded
for the banning the import of `Antigrippin- maximum’ and `Antigripin-
ANVI’ and removal of the existing ones from the markets.

Claimant’s representative said that the marker research conducted by
the client revealed that in RA pharmacies drugs of other companies but
with the same name (`Antigripin maximum’ and Antigripin-ANVA) appear
which violates Antigripin’s trademark law. And as it was revealed the
drugs were imported by `Sia Pharm’ company.

The mentioned case has already ones gone in the judicial circle. The
court of first instance upheld the claim, banning Antigripin from
importing `Antigripin-maximum’ and `Antigripin- ANVA’ to Armenia. `Sia
Farm’ appealed the decision of Kentron and Norw Marash court of first
instance. The court upheld the clams and reversed the decision of the
court of first instance and send the claim for a new hearing.

Author:
Factinfo
– See more at:

http://www.pastinfo.am/en/node/17793#sthash.nqxQBWaT.dpuf

La production de bijoux en Arménie en hausse de 16% en 2012

ARMENIE
La production de bijoux en Arménie en hausse de 16% en 2012

La production de bijoux en Arménie évalué à 13,3 milliards de drams en
2012 est en hausse de 16 pour cent, par rapport à un an plus tôt a
annoncé le vice- ministre de l’Economie Tigran Harutyunyan.

« La majorité de la production est exportée. Les exportations ont
augmenté de 7,4% en 2012 comparé à 2011 » a-t-il noté.

Selon le Service national de la statistique d’Arménie, la production
de bijoux a été évalué à 15,1 milliards de drams, et les exportations
de pierres précieuses et semi-précieuses, métaux précieux s’élevaient
à 173 millions de dollars.

Tigran Harutyunyan a souligné que le gouvernement d’Arménie attache
une grande importance aux bijoux et aux diamants ainsi qu’à
l’horlogerie. Il a ajouté que la production de bijoux apparaît comme
une priorité pour l’industrie de l’Arménie.

dimanche 30 juin 2013,
Stéphane ©armenews.com

Les agriculteurs se querellent sur des questions de récolte d’abrico

ARMENIE
Les agriculteurs se querellent sur des questions de récolte d’abricots

Le fruit national de l’Arménie – l’abricot – est devenu un casse-tête
pour les agriculteurs. Si au début du printemps, ils retenaient leur
souffle inquiet pour que les fleurs d’abricot ne gèlent pas, en juin
le plus grand défi est de vendre leurs récoltes à un prix plus ou
moins bon.

Les résidents de la province d’Armavir qui a subi d’énormes dégts de
la tempête de grêle de mai et ont bloqué les routes, demandant une
indemnisation de l’Etat, ont à nouveau bloqué les routes depuis deux
jours, cette fois pour protester contre les exportateurs pour avoir
fait chuté les prix au kilo des abricots de 400 à 450 drams à 150 à
200 drams.

Le prix « flottant » pour la fierté en or du pays a conduit les
agriculteurs des villages de Khanjyan, Nairi, Hatsik et Arax de
bloquer la route entre les villes d’Armavir et de Talin, demandant une
rencontre avec le ministre de l’Agriculture.

« Au début, ils payaient 400 drams, puis cela a chuté à 300 drams, les
acheteurs d’Erevan veulent l’acheter à 200 drams par kilo, et nous
refusons de vendre … Les agriculteurs ne sont pas ceux qui fixent le
prix, les exportateurs le dictent et l’exportateur est Spayka »,
explique un résident d’Armavir Nersik Hakobyan.

Les agriculteurs disent que la récolte d’abricot vient de commencer :
beaucoup s’attendent à des récoltes de 20 à 30 tonnes et sentent une
perte ne sachant pas quoi faire.

Karen Baghsadasryan, chef de projet chez Spayka LLC, une compagnie de
fret de premier plan spécialisée dans l’expédition de fruits et
légumes frais vers l’Europe et la CEI, a déclaré à la presse la
semaine dernière que l’acquisition d’abricot était en cours pour 400 à
500 drams le kilo et que le paiement était fait en espèces et qu’ils
étaient du côté des agriculteurs.

« Si l’accord est d’acheter dans une certaine gamme de prix, nous
n’avons rien violer. Nous essayons de maintenir le prix convenu
jusqu’à la fin des marchés, par opposition à d’autres acheteurs qui
sont d’accord sur un prix préliminaire et propose un prix différent
quand le temps réel d’achat arrive et cela crée des complications pour
les agriculteurs » a-t-il dit, ajoutant qu’à l’extérieur du pays
l’abricot arménien est vendu dans la fourchette de 750 à 800 drams
(1,80 à 1,95 $).

La semaine dernière, lors de sa visite dans la société Noyan le
ministre de l’Agriculture Sergo Katapetyan déclaré que la compagnie
avait montré sa volonté d’acheter 3000 tonnes de fruits endommagés à
50 drams par kilo.

Cependant, les villageois se plaignent que le prix est très bas et que
les acheteurs ne veulent que des fruits « sains » avec une surface
lisse sans marque de grêle.

Pendant ce temps, les Géorgiens éprouvent des difficultés à venir en
Arménie pour acheter des abricots, parce que le Parlement géorgien a
apporté des modifications au code des douanes et a augmenté les tarifs
d’importation pour les cultures : pour l’importation de 1,5 tonnes
d’abricot qu’ils devraient payer 500 drams par kilo. Les abricots
ouzbeks exportés vers le marché russe ont créé des obstacles pour les
abricots arméniens.

Les agriculteurs ont ouvert la route qu’après une réunion ait été
organisée à l’administration locale d’Armavir, avec la participation
du vice-ministre de l’agriculture, du gouverneur et des chefs des
villages.

« Un accord a été conclu à la suite de la réunion que les
représentants des entreprises d’approvisionnement vont visiter les
villages, présenter leurs revendications sur la qualité des fruits
qu’ils veulent et se mettront d’accord sur le prix avec les
agriculteurs », a déclaré le vice-ministre Robert Makaryan.

En 2012, le volume des cultures d’abricots a été de 40000 tonnes,
alors qu’en 2009 il était de 90000 tonnes. La société Spayka a exporté
13000 tonnes en 2012.

La province d’Armavir, qui donne de 40 000 à 45000 tonnes d’abricots
annuellement, aura seulement la moitié de la quantité habituelle cette
année en raison de la tempête de grêle, mais même dans ce cas, ils
sont confrontés à des problèmes de ventes.

Il y a 5 ans le vice-ministre de l’agriculture Garnik Petrosyan,
ancien chef du département du ministère pour la culture, des forêts et
la protection des végétaux, avait dit à ArmeniaNow qu’un plan
stratégique à long terme doit être développée pour les abricots, la
question doit être réglée par une législation appropriée , autrement
les villageois vont progressivement abandonner la culture des
abricots.

Garnik Petrossian a parlé en particulier de la nécessité de canons à
grêle qui existent aujourd’hui, mais pas en grand nombre. En réalité,
même les canons à grêle ne peuvent pas sauver la situation lorsque les
autorités n’ont pas bien pensé à une politique claire de
l’agriculture.

Par Gayane Lazarian

ArmeniaNow

dimanche 30 juin 2013,
Stéphane ©armenews.com

Causa Armenia Uruguay Denuncia El Mundial De Turquía

CAUSA ARMENIA URUGUAY DENUNCIA EL MUNDIAL DE TURQUÍA

El Observador, Uruguay
24 junio 2013

Desde el consejo se lanzo la campaña “¿Donde juega la Celeste?”,
para mostrar “las violaciones a los DDHH Humanos que Turquía intenta
silenciar con el torneo”

El Consejo Causa Armenia del Uruguay lanzo recientemente la campaña
“¿Donde juega la Celeste?”, en el marco del Mundial Sub 20 que se
realiza en Turquía y en el que participa la seleccion uruguaya.

La campaña de la filial uruguaya del Consejo Nacional Armenio, “una
organizacion que trabaja por la defensa de los Derechos Humanos, y en
particular por los derechos del pueblo armenio”, según se definen,
tiene como objetivo “llamar la atencion sobre las violaciones a los
Derechos Humanos que Turquía intenta silenciar con el Campeonato
Mundial sub 20 de FIFA”.

“Los mundiales de FIFA han sido desde siempre un preciado botín
propagandístico para los gobiernos autoritarios. Desde el Mundial de
1934 organizado por Mussolini en Italia, al antecedente mas proximo del
Mundial Argentina ’78 utilizado por la Junta Militar para desestimar
las denuncias internacionales sobre las violaciones a los Derechos
Humanos, hay un largo camino recorrido”, indicaron en un comunicado.

El Consejo Causa Armenia del Uruguay agrego que por estos días en
que se realiza el certamen, Turquía es “un país convulsionado por la
represion a las protestas contra el gobierno autoritario del primer
ministro (Recep) Erdogan, que suma a la censura que ya han denunciado
numerosas organizaciones internacionales, el envío al Parlamento de
un proyecto que criminaliza el uso de las redes sociales”.

Agregan que la seleccion uruguaya disputa el Mundial en Turquía
“recorriendo cada una de las sedes que ocultan los crímenes que
la historia oficial turca niega y pretende olvidar: el exterminio
sistematico de armenios, griegos y asirios durante el colapso del
Imperio Otomano y el período fundacional de la República de Turquía”.

“En la medida en que la cobertura periodística del Mundial omita la
grave situacion que viven a diario activistas, periodistas, escritores,
minorías etnicas y personas LGBT en Turquía, el objetivo del gobierno
autoritario de Erdogan estara cumplido”, agregaron.

La campaña de Causa Armenia del Uruguay incluye un sitio web, videos y
cuentas en las redes sociales. El consejo “desde hace decadas brega por
la difusion y el reconocimiento internacional del Genocidio Armenio,
en el marco de la lucha universal por la vigencia de los Derechos
Humanos, la prevencion de nuevos genocidios y el fin del negacionismo”,
indica su web.

http://www.elobservador.com.uy/noticia/253830/causa-armenia-uruguay-denuncia-el-mundial-de-turquia/

Gonzalo H. Guarch Recibio El Premio Movses Khorenatsi Ayer En Armeni

GONZALO H. GUARCH RECIBIO EL PREMIO MOVSES KHORENATSI AYER EN ARMENIA

El Almería, España
26 de junio de 2013

D.M. | Actualizado 25.06.2013 – 05:00

El escritor Gonzalo Hernandez Guarch recibio ayer en Erevan en
la República de Armenia el Premio Movses Khorenatsi, la mas alta
distincion cultural del país, de manos del presidente de la República,
Serzh Sargsyan.

Bien conocido no solo en Armenia, sino tambien en la diaspora como
autor de las novelas historicas El arbol armenio, El testamento
armenio y La montaña blanca, G.H. Guarch ha recibido la confianza de
sus lectores, gracias a su talento y gran conocimiento de la historia,
de las tragedias y el presente de un pueblo geograficamente tan lejano
de España, pero que tan cercana culturalmente.

Los tres tomos conforman la Trilogía Armenia de G.H. Guarch,
por la que en 2004 ya se le concedio la Medalla de Oro al Merito
Cultural de la República Armenia. Ademas del importantísimo premio
internacional Garbis Papazian, que recibio en Viena en 2007 y que se
otorga especialmente a los mas destacados intelectuales del mundo de
origen no armenia, el escritor español es academico honorario de la
Academia de Ciencias y Letras de la República de Armenia y miembro
honorario de la Union de Escritores Armenios. Aunque, el mayor premio
en este caso es sus libros son buscados por los lectores en distintos
puntos del planeta.

http://www.elalmeria.es/article/ocio/1551460/gonzalo/h/guarch/recibio/premio/movses/khorenatsi/ayer/armenia.html